Verbraucherzentrale zu Fleischverkauf bei Netto "Den Verzehr von Zebras sollte man nicht ankurbeln"

Dieses Jahr mal Zebra statt Gans als Weihnachtsmahl? Der Markendiscounter "Netto" verkauft zurzeit Zebrasteaks fürs Fest. Das Netz tobt - aber zu Recht? SWR1 hat bei Waltraud Fesser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nachgefragt.

Zebrafleisch wird zurzeit bei Netto zum Verkauf angeboten. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Zebrafleisch wird zurzeit bei "Netto" zum Verkauf angeboten. picture-alliance / dpa -

Im Netz gibt es einen richtigen Proteststurm gegen den Zebrafleischverkauf bei "Netto". Ist dieser Proteststurm berechtigt?

Es ist sicherlich so, dass es Menschen gibt, die gerne mal exotisches Fleisch probieren wollen. Auf der anderen Seite sollte man dann schon Einiges wissen, beispielsweise dass es sich um potentiell gefährdete oder gefährdete Rassen von Zebras handelt und dass das natürlich nicht förderlich ist, wenn man da noch den Verzehr ankurbelt. Diese Tiere sollten nicht aus der Wildnis verschwinden.

Das sind also Zebras, die in ihrem Bestand gefährdet sind, deren Fleisch da jetzt angeboten wird?

Wir wissen nicht genau, welche Zebrarasse es ist. Es gibt drei Rassen, davon sind zwei gefährdet und eine potentiell gefährdet. Vom Herkunftsland könnte man darauf schließen, dass es um die potentiell gefährdete Rasse geht, aber auch da sollte man den Verzehr nicht unbedingt ankurbeln.

Mal unabhängig davon, welche Zebrarasse im Spiel ist: Wie lebt ein Zebra, bevor es als Steak bei uns in der Pfanne landet?

Die Tiere sind freilebend, das heißt, sie werden nicht gemästet und können auch nicht einfach so gehalten werden, wie bei uns zum Beispiel Rind oder Schwein.

Auf der Packung mit dem Zebrafleisch steht: "Achtung, auf mögliche Rückstände von Geschossteilen achten". Wäre das das letzte Bestandteil für das Vergehen des Appetits?

Das glaube ich eher nicht. Wenn Sie Wildschwein auf den Tisch kriegen, kann das auch passieren. Es ist ein Beispiel dafür, dass die Tiere wirklich gejagt und eben nicht gemästet und anschließend geschlachtet werden.

Der Kunde macht ja Politik mit seinem Einkaufsverhalten. Würden Sie das Fleisch kaufen oder nicht?

Ich selber würde es nicht kaufen, weil wir Fleisch bei uns auch aus artgerechter Tierhaltung kriegen können. Auf der anderen Seite denke ich, dass auch die weiten Transporte nicht sein müssen, wenn ich ein Stück Fleisch auf dem Teller haben will, von dem ich weiß, wo das Fleisch herkommt und wie das Tier gelebt hat.

Die Fragen stellte Hanns Lohmann.

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