partielle Mondfinsternis (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Tipps zum Fotografieren So gelingt das perfekte Mondfinsternis-Foto

In der Nacht zum Mittwoch verschwindet der Mond zum größten Teil. Egal ob mit Smartphone oder Profi-Kamera: Mit unseren Tipps können Sie die Mondfinsternis nicht nur betrachten, sondern auch in Bildern festhalten.

So schön Naturphänomene wie Sternschnuppen oder Sonnen- und Mondfinsternisse anzusehen sind, so schwierig lassen sie sich meist fotografieren. Aber mit den richtigen Tricks gelingt auch das perfekte Foto. Probieren Sie es bei der aktuellen Mondfinsternis doch direkt einmal aus!

Handschuhe nicht vergessen

Bevor es losgeht, sollte man sich um die richtige Ausrüstung kümmern. Und die beginnt nicht erst bei der Wahl der Kamera! Auch im Sommer kann es nachts kühl werden. Damit Sie den Spaß am Fotografieren nicht verlieren, sollten Sie sich besser warm anziehen. Für Fotografen gibt es spezielle Handschuhe, die die Finger wärmen und mit denen man dennoch die Kamera bedienen kann.

Auch an grundlegende Dinge sollte gedacht werden, zum Beispiel an einen voll aufgeladenen Akku, ein Extrapack Batterien und eine leere Speicherkarte. Ansonsten kann es schnell frustrieren, wenn man vor Ort ist, alles aufgebaut hat - und dann feststellt, dass der Akku noch zu Hause im Ladegerät steckt.

Ein fester Stand ist unverzichtbar

Möchte man das Fotografieren ein wenig professioneller gestalten, sollte man eine manuell einstellbare Kamera, ein Stativ und eventuell eine kleine Taschenlampe mitnehmen. Aber auch mit dem Smartphone lassen sich mittlerweile sehr gute Ergebnisse erzielen. Besitzt man kein Stativ, kann man sich auch nach einem sicheren Platz für seine Kamera oder seinem Handy umschauen. Denn um gute Bildergebnisse zu erzielen, werden längere Belichtungszeiten benötigt und ohne einen festen Untersatz besteht ein hohes Verwacklungsrisiko der Bilder.

Die richtige Location

Jeder stellt sich das ideale Bild anders vor. Je nach Ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen sollten Sie sich rechtzeitig überlegen, an welchem Ort Sie die Mondfinsternis fotografieren möchten. Wer ein bestimmtes Motiv im Kopf hat, sollte sich Gedanken machen von welcher Seite er das Motiv am besten in Szene setzt und von wo man den besten Blick hat.

Fotorgraf vor Mond (Foto: picture-alliance / Reportdienste, (c) ZB - Fotorepor)
(c) ZB - Fotorepor

Nicht vergessen sollten Sie auch, das Sie sich an besonders beliebten Plätzen den Platz und das Motiv auch mit vielen anderen Fotografen teilen müssen. Möchten Sie dennoch daran festhalten, dann sollten Sie sich früh genug einen guten Platz sichern.

Der richtige Bildaufbau

Natürlich wirkt ein gelungenes Foto vom Mond mit einem goßen schwarzen Schatten darauf nett, aber mal ehrlich: Es wirkt sehr schnell sehr langweilig. Am besten Sie setzen den hellen Himmelskörper mit einem Motiv im Vordergrund in Szene. Bildelemente wie beispielsweise der Ast eines Baums, der in das Foto hineinragt, können ein Tiefegefühl erzeugen.

Auch der berühmte "Goldene Schnitt" kann ein Bild gleich um ein Vielfaches spannender gestalten. Hier kommt es darauf an, dass Sie das Hauptmotiv nicht in die Mitte des Bildes legen, sondern - wenn man den Bildausschnitt in drei gleich große Teile einordnet- sich an einer der äußeren Linien orientiert und hier das Motiv platziert.

Die richtige Kameraeinstellung

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen wurden und man sich den idealen Platz gesichert hat, stellt sich nun vor allem für Laien die Frage: Wie bringe ich meine Kamera dazu, das zu machen, was ich will? Natürlich gibt es auch hier viele Möglichkeiten, wir wollen uns aber auf eine einfache reduzieren. Auf jeden Fall sollte man sich hier an den manuellen Modus der Kamera herantrauen, der sich meistens hinter dem Buchstaben "M" im Kameraprogramm versteckt. Hier haben Sie die volle Kontrolle.

Auch am Smartphone empfiehlt sich ein manueller Modus. Viele Telefone bieten diesen bereits von Haus aus an, ansonsten gibt es jedoch die Möglichkeit kostenlose Apps zu nutzen, mit denen sich die Belichtungszeiten manuell regeln können (zum Beispiel die kostenlose App für Android Camera FV-5 Lite oder für iOS die kostenpflichtige App ProCam5).

  • Der Blitz sollte in jedem Fall ausgeschaltet werden und bleiben. Da es sich hier meist um größere Entfernungen handelt, stört er mehr, als dass er hilft.
  • Der ISO-Wert sollte so gering wie möglich ausfallen. Viele Kameras fangen ab ISO 100 oder 200 an, diese Werte sind ideal um unnötiges Bildrauschen zu vermeiden.
  • Als Blende kann man ab der Zahl f/8 aufwärts arbeiten. Generell gilt, je größer die Zahl, desto kleiner wird die Blende, die sich während der Aufnahme öffnet. Eine kleine Blendenöffnung sorgt für mehr Tiefenschärfe, benötigt aber auch längere Belichtungszeiten.
  • Die Belichtungszeiten sollten (je nach Umgebungslicht) zwischen 8 bis 30 Sekunden angesetzt werden. Fotografiert man in einer lichtschwachen Umgebung, dann sollte man lieber eine längere Belichtungszeit auswählen. Macht man die Aufnahmen eher im städtischen Umfeld, dann sind ohnehin bereits viele Lichtquellen gegeben, weswegen man hier mit kürzeren Zeiten auskommt.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, bereits im Vorfeld einige Probeaufnahmen zu machen, um zu sehen ob das Bild Ihren Vorstellungen entspricht. Bereiten Sie bestenfalls alles vor, damit Sie sich, wenn das Naturschauspiel startet, nur noch darum kümmern müssen, von Zeit zu Zeit den Auslöser zu drücken.

Wir wünschen viel Spaß!

AUTOR/IN
STAND