Geldbaum Zimmerpflanze im Topf (Foto: Getty Images, Getty Images -)

Tipps vom Gartenexperten Die richtige Winterpflege für Zimmerpflanzen

Wenn Garten und Balkon im Winterschlaf liegen, brauchen gerade Zimmerpflanzen eine besondere Pflege. Ihnen macht das geringe Tageslicht und die trockene Heizungsluft zu schaffen.

Wir haben SWR1 Gartenexperte Hans Willi Konrad nach den richtigen Winterpflege-Tipps gefragt.

SWR1: Wie gießt man Zimmerpflanzen im Winter?

Hans Willi Konrad: Sehr vorsichtig! Auch wenn die Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad liegen - es fehlt Licht und das Wachstum ist langsamer. Man sollte mit den Fingern in die Erde fühlen. Ist sie noch feucht, das sollten Sie auch die Finger vom Wasser lassen.

SWR1: Was hilft bei sehr vertrockneten Wurzelballen: Wasser mit Geschirrspülmittel?

Konrad: Im Zweifelsfall lasse ich von so etwas die Finger. Ich stelle die Pflanze lieber in einen Untersetzer mit Wasser für eine halbe Stunde. Dann saugt sie sich auch voll Wasser.

SWR1: Immer wieder tauchen auch im Winter winzige Fliegen auf. Sind das Schädlinge?

Ungeliebter Gast: Die Trauermücke (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ungeliebter Gast: Die Trauermücke Picture Alliance

Konrad: Das können Trauermücken sein. Deren Larven sind kleine durchsichtige Würmchen in der Erde. Sie können bei starkem Befall - und wenn die Pflanze zu stark gegossen wird - anfangen an den Pflanzenwurzeln zu fressen. Das kann die Pflanze schädigen und im schlimmsten Fall auch absterben lassen. Besonders empfindlich sind ganz junge Pflanzen oder Stecklinge.

SWR1: Sollte man den Ficus oder die Stechpalme lieber ins sonnige Wohnzimmer oder ins eher schattige Schlafzimmer stellen?

Konrad: Im Winter sollte die Pflanze an einen Platz gestellt werden, der so hell wie möglich ist. Aber bitte nicht direkt hinter die Glasscheibe - hell ja, aber keine pralle Sonne. Sonst drohen Verbrennungen der Blätter. Das mag weder der Ficus noch die Stechpalme.

Sieben pflegeleichte Zimmerpflanzen für den Winter

Mehr Grün gegen das Grau 7 pflegeleichte Zimmerpflanzen für den Winter

Birkenfeige (Ficus Benjamini) (Foto: Imago, Imago -)
Birkenfeige (Ficus benjamina) - Was sie nicht mag, sind Veränderungen, also bitte an einem sehr hellen Ort stehen lassen. Achten Sie darauf, dass die Pflanze keinen Zug abbekommt. Sollte es doch der Fall sein, wirft die Birkenfeige gerne ihre unteren Blätter ab. Das Maulbeergewächs wird über die Jahre bis zu zwei Meter hoch. Gegossen werden muss nur in größeren Abständen, am besten erst dann, wenn die Erde trocken ist. Aber Achtung: Wer zu einer Latexallergie neigt, sollte diese Pflanze nicht aufstellen. Hier können sogenannte Kreuzreaktionen auftreten. Das gilt übrigens auch für den folgenden Kandidaten. Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
Gummibaum (Ficus elastica) - Langfristig brauchen Sie für diese Zimmerpflanzen-Klassiker eins: Platz. Der Gummibaum kann bis zu fünf Meter hochwachsen. Aber er ist ausgesprochen pflegeleicht, braucht kaum Wasser und liebt einen Platz am Fenster, wenn möglich aber mit ausreichendem Abstand zur nächsten Heizung. Die großen Blätter sind jedoch richtige Staubfänger. Hier müssen sie ab und zu mal mit einem feuchten Tuch oder Schwamm darüberwischen. Und alle zwei Wochen dürfen Sie den Gummibaum auch mit etwas Pflanzendünger verwöhnen. Thinkstock - Bild in Detailansicht öffnen
Drachenbaum (Dracaena) - Die Pflanze mit dem dicken Stamm und den grüngestreiften Blättern kommt mit wenig Wasser, Dünger und vor allem Licht aus. Wo andere Zimmerpflanzen nicht lange überleben, fühlt er sich wohl – also suchen Sie für ihn ein schattiges Plätzchen. Bei der Pflege sollten Sie darauf achten, dass die Erde immer feucht ist. Und drehen Sie den Topf regelmäßig, denn die Triebspitzen wachsen immer nur in Richtung Licht. Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
Der Kaktus (Cactaceae) - Hier haben Sie die Qual der Wahl: Rund 3.000 Kakteenarten gibt es auf der Welt. Suchen Sie für ihn am besten einen warmen Platz an einem sonnigen Fenster. Da Ihr Pflanzenkörper als Wasserspeicher dient, muss ein Kaktus kaum gegossen werden. Hier ist eher das Problem, dass der Pflanze zu viel Wasser gegeben wird. Wenn es Winter wird, freut sich der stachlige Zimmerverschönerer über ein kühles Plätzchen. Das dankt er Ihnen dann spätestens in der Zeit von Mai bis August mit wunderschönen Blüten. Foto: Colourbox.de - Bild in Detailansicht öffnen
Fensterblätter (Monstera) - Achtung, spätestens hier setzt die Retrowelle für Zimmerpflanzen ein. Da auch sie pflegeleicht ist, gehören sie zu den Favoriten bei der Wahl der passenden Zimmerpflanze. Die Monstera mag es warm und hell - am besten kommt dann das Licht von mehreren Seiten. Und gerade im Winter zeigt sich die Pflanze genügsam und braucht nur wenig Wasser. Sie ist kein Kandidat für Bewohner einer kleinen Einzimmer-Wohnung, denn die Monstera benötigt viel Platz. Beim Einpflanzen achten sie auch gleich auf einen großen Topf, denn sie kann bis zu drei Meter hoch wachsen und ihre Blätter werden bis zu 50 cm lang. Unsplash @yusufevli Bild in Detailansicht öffnen
Begonie (Begonia rex) - Was wir im Winter doch alle vermissen, sind die bunten Farben des Sommers. Hier kommt die Begonie ins Spiel, die uns das ganze Jahr mit satten Blühtenfarben verwöhnt. Wer seinen Blumentopf an ein Fenster ohne direkte Sonneneinstrahlung oder an einen halbschattigen Ort stellt und dann noch für ausreichende Bewässerung sorgt, hat gute Aussichten mit einem Farbfeuerwerk belohnt zu werden. Doch bevor sie Ihre Wohnung "begonifizieren", fragen sie bei Ihrem Blumenhändler nach, ob es sich um eine giftige Sorte handelt. Dazu gehören "Begonia gracilis" und "Begonia rex", die besonders für Haustiere und Kleinkinder gefährlich werden können. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Elefantenohr (Glückstaler oder Ufopflanze) - Der Glückstaler ist vor allem eins: anspruchlos und robust. Auffällig sind die kreisrunden Blätter, die an Geldmünzen oder Ufos erinnern - daher auch die Namensgebung. Die Blüten hingegen sind eher unscheinbar und tauchen auch eher selten auf. Wichtig für das Wachstum sind eine gleichbleibende Raumtemperatur, die im Winter die 5-Grad-Grenze nicht unterschreiten sollte. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
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