Teresa Enke im Hintergrund ein Foto von ihrem verstorbenen Mann Robert Enke und ihrer Tochter Lara (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Behandlung von Depression Teresa Enke zeigt sich 10 Jahre nach Roberts Tod kämpferisch

Der Tod von Torwart Robert Enke vor rund zehn Jahren löste in Deutschland Bestürzen aus. Seine Frau Teresa setzt sich dafür ein, dass andere mit der Diagnose Depression einen besseren Weg aus der Krankheit finden.

"Es ist nicht mehr so schmerzhaft wie vor fünf, sechs Jahren, wo alles sehr sehr frisch war", sagt Teresa Enke. Ihr Mann, Nationaltorwart und Hannover-96-Spieler Robert Enke, nahm sich am 10. November 2009 im Alter von 32 Jahren das Leben. Einen Tag später erklärte Teresa Enke öffentlich, dass ihr Mann lange Zeit gegen Depressionen gekämpft hatte. Aus Angst, seine Karriere aufs Spiel zu setzen, hatte er seine Erkrankung geheim gehalten. 

Teresa Enke gegen Tabu Depression

"Ich möchte jetzt für die kämpfen, die noch die Chance haben, das besser zu machen", sagt Teresa Enke. Nach dem Tod ihres Mannes hat sie die Robert-Enke-Stiftung mit ins Leben gerufen, die über die Krankheit Depression aufklärt. Gegründet wurde die Stiftung vom Deutschen Fußball-Bund e.V. (DFB), dem Ligaverband (DFL) und von Hannover 96. Auf Wunsch von Teresa Enke wird mit Mitteln der Stiftung auch die Behandlung von Kinder-Herzkrankheiten erforscht. Ihre Tochter Lara hatte einen Herzfehler, sie starb 2006 im Alter von zwei Jahren nach einer OP.

Am Montagabend fand eine Podiumsdiskussion in Hannover statt, zu der Stiftungschefin Enke auch Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß eingeladen hatte. "Ich finde, dass wir gerade jetzt in unserer Gesellschaft, und das gilt nicht nur für den Fußball, relativ respektlos in vielen Bereichen miteinander umgehen", sagte Hoeneß. Bei der Veranstaltung wurde auch der NDR-Film "Robert Enke - auch Helden haben Depression" vorab gezeigt.

Neuer Dokumentarfilm über Robert Enke

VR-Brille soll Einblicke in Leben mit Depression geben

Außerdem gibt es ein neues Projekt der Stiftung, das die Gedanken- und Erlebniswelt eines Depressiven ein Stück weit erlebbar und so das Verständnis für die Krankheit verbessern will. Über eine Virtual-Reality-Brille können Nichtbetroffene einen Eindruck gewinnen, wie sich Depressive fühlen. Auch wenn hierüber nur "Facetten" einer Depression vermittelt werden könnten, seien diese bereits "erdrückend", sagt Enke.

Teresa Enke glaubt, dass sich nach dem Tod ihres Mannes der öffentliche Umgang mit der Krankheit im Allgemeinen verändert hat. "Das ist ein großes und mittlerweile auch öffentliches Thema geworden." Doch nach wie vor sei es nötig, die Krankheit zu enttabuisieren. Auf Facebook betont sie, dass Depression heilbar ist, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Schulweg führt an Robert-Enke-Weg vorbei

Teresa Enke lebt heute wieder in Hannover. Ihr gehe es "wirklich gut", wenn sie an Robert und Lara denke, sagt sie. Die Robert-Enke-Straße liegt auf dem Weg zur Schule ihrer Tochter Leila. Sie führt direkt an der HDI-Arena vorbei, dem früheren Niedersachsenstadion. Der Schmerz habe sich in Dankbarkeit verwandelt. Sie hoffe, "dass er oben auf der Wolke sitzt mit Lara und dass es ihm gut geht".

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