Sieben kulinarische Jahrzehnte Die 80er Jahre: Das Müsli

Die 80er Jahre in Deutschland – viele Menschen haben das Gefühl, das einiges schief läuft: Tschernobyl, Sandoz-Katastrophe, Waldsterben – all das gibt der Umweltbewegung Auftrieb. Die Grünen ziehen erstmals in den Bundestag ein und in den Großstädten eröffnen die ersten Bio-Läden.

Umweltbewegte und Gesundheitsapostel werden einfach "Die Müslis" genannt, obwohl das Müsli schon seit Jahrzehnten bekannt ist. Aber der Körner- und Obst-Mix wird zum Massenphänomen in den 80ern. Nach den fortschritts-optimistischen 60er und 70er Jahren, geht es zurück zur Natur und einem gesundheitsbewussten Lebensstil. "Und da bot sich das Müsli an, als ein mehr oder weniger unverarbeitetes Produkt", so Ernährungssoziologe Daniel Kofah.

Heute gibt es das Müsli immer noch

Eine Umfrage vor wenigen Jahren ergab, dass es bei immerhin einem knappen Drittel der Deutschen auf dem Frühstückstisch steht. Allerdings hat es meist nicht mehr viel zu tun mit den unverarbeiteten 80er-Jahre-Körnern. Stattdessen Beerenmüsli, Schokomüsli oder – besser noch auf Englisch - Porridge oder Granola. Und damit steht das Müsli nicht nur für die 80er Jahre, sondern exemplarisch dafür, wie sich Lebensmittel und Speisen mit der Gesellschaft verändern und sich an sie anpassen können.

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