Sieben kulinarische Jahrzehnte Die 70er Jahre: Dosenravioli

Jetzt können auch Männer und Kinder kochen

Im Alltag in den Küchen der 70er Jahre musste es plötzlich schnell gehen - das löste den Siegeszug der Dosenravioli aus. Das Unternehmen Maggi bringt das Fertigprodukt bereits Ende der 50ern auf den Markt. Doch erst in den 70ern machten sie dann so richtig Karriere.

Entweder kalt gelöffelt im Zeltlager, beim Musikfestival und vor allem an den deutschen Esstischen. Ein Grund dafür, sagt der Ernährungs-Soziologe Daniel Kofahl: "Die Emanzipation der Frauen von der Hausarbeit (…) begünstigt den Aufstieg von Fertigprodukten". Der alltägliche Kochprozess sieht man als etwas Belastendes und die Ravioli leisten hier Entlastungsarbeit: Dose auf - Herd an - fertig. Plötzlich konnten selbst Ehemänner und sogar Kinder etwas Warmes auf den Tisch bringen und mit einer Prise italienischem Lebensgefühl würzen.

Heute ist der Markt an Fertiggerichten und Convenience-Produkten nahezu unüberschaubar geworden. Doch die Dosenravioli haben noch immer ihre Fans. Ihr Vorteil ist: Sie haben den Nostalgie-Faktor. Und mit dem verkauft alleine Marktführer Maggi knapp 30 Millionen Dosen Ravioli im Jahr - ohne Werbung für das Produkt.

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