Sieben kulinarische Jahrzehnte Die 60er Jahre: Die Pizza

In den 60er Jahren steckt in vielen Köpfen in Deutschland eine Sehnsucht: Die, der Gastarbeiter nach dem fernen Heimatland, und die der Deutschen nach Italien als Reise- und Sehnsuchstsort. Ein idealer Nährboden für den Siegeszug von Pasta, Spaghetti-Eis, Chianti-Wein und vor allem: Der Pizza!

"Die Pizza ist ein wirklich interessantes Produkt, weil man an ihr sehen kann, wie sehr die kulinarische Geschichte Deutschlands in der Nachkriegszeit eben auch von Gruppen geprägt ist, die nicht aus Deutschland kamen", sagt Ernährungssoziologe Daniel Kofahl. In die ersten Pizzerien der 50er Jahre gingen vor allem noch die italienischen Gastarbeiter selbst, und amerikanische Gis. Doch spätestens mit dem Aufstieg Italiens zum Lieblingsreiseland der Deutschen, kam der Besuch "Beim Italiener um die Ecke" in Mode. Und meistens lag dann eben eine Pizza auf dem Teller.

Das besondere an der Pizza

Sie bleibt keine kurzfristige Modeerscheinung, sondern liegt seit Jahrzehnten als Lieblingsessen auf unserem Teller. Wer selbst belegt, kann kreativ werden und wenn es nur die Reste aus dem Kühlschrank sind, es reicht auf jeden Fall immer für eine Pizza. Erlaubt ist, was glücklich und satt macht, ins Weltbild passt oder den gerade angesagten Ernährungstrends entspricht. Es gibt sie frisch, genauso wie tiefgefroren, selbstgemacht oder geliefert – die Pizza ist so etwas wie das Chamäleon unter den Gerichten. Gute Voraussetzungen dafür, dass sie noch viele weitere Jahrzehnte Bestandteil bundesdeutscher Esskultur bleibt.

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