Schaulustige bei Unfällen Was gegen Gaffer getan wird

Immer wieder behindern Schaulustige bei Unfällen nicht nur Polizei und Rettungskräfte, sie fotografieren und filmen die Opfer. Die Polizei kann von Gaffern das Handy einkassieren und nicht nur das, was gegen sie getan wird, erfahren Sie hier.

Gaffer können mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Gaffer können mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. picture-alliance / dpa -

Seit diesem Jahr gilt eine Strafandrohung von bis zu zwei Jahren Gefängnis für Menschen, die zum Beispiel Verletzte oder Tote nach Unfällen filmen - und das unabhängig davon, ob diese Aufnahmen im Internet landen. Die Polizei hat außerdem das Recht, das Smartphone eines Schaulustigen, der das Unfallopfer filmt, an Ort und Stelle einzukassieren. Schwierig ist nur zu beweisen, dass derjenige die Tat begangen hat, weiß SWR1-Redakteur Hanns Lohmann.

Demnach habe die Polizei bei Unfällen Wichtigeres zu tun, als filmende Gaffer aufzuschreiben. "Unfallexperten überlegen, ob es sinnvoll ist, grundsätzlich Unfallstellen von filmenden Drohnen überfliegen zu lassen, um dann hinterher die Täter zur Rechenschaft zu ziehen", erläutert Lohmann. Ein automatisches Verfahren wird zum Beispiel gerade bei den Hessen getestet: Zwölf Polizeiautos auf der Autobahn sind mit hochauflösenden Kameras im Dauerbetrieb ausgestattet. Sie können also dokumentieren, wenn Gaffer die Einsatzkräfte behindern.

Zu lange Wege für Sichtschutzwände

Mit einer mobilen Sichtschutzwand versucht die Polizei, die Gaffer fernzuhalten. In Rheinland-Pfalz gibt es zwei Stück. Es sind Pilotprojekte. Eine Schutzwand wird in Wattenheim in der Pfalz gelagert, die andere im Westerwald bei Heiligenroth. "Problem ist natürlich, dass es da oft lange Anfahrtswege gibt", sagt Lohmann. Außerdem braucht der Aufbau der Sichtschutzwände seine Zeit. Einen 100-Meter-Zaun aufzustellen, dauert 25 Minuten.

Beim Verkehrsministerium soll entschieden werden, ob sich diese Schutzwände für den Regelbetrieb eignen. Nordrhein-Westfalen ist bundesweit Vorreiter bei Sichtschutzwänden. Nach drei Jahren zieht das Land das Fazit, dass der Verkehr zügiger an einer Unfallstelle vorbeifließen kann, sobald die Wand steht.

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