SWR Serie "Labaule & Erben" - Interview mit Harald Schmidt "Es ist eine Art 'Guldenburgs' mit Internet"

Ab dem 10. Januar gibt es eine neue SWR-Miniserie im SWR-Fernsehen: "Labaule & Erben". Dabei geht es um ein Zeitungsimperium, dem ganz plötzlich der Patriarch und auch der Haupterbe durch einen blöden Unfall abhandenkommen. Der einzige Nachfolger für den Chefposten ist Wolfram Labaule, er ist von Beruf Sohn und hat im Leben noch nichts geleistet. Die Idee zu dieser Serie kam von Harald Schmidt und mit ihm haben wir über "Labaule & Erben" gesprochen.

Sie sind für ihren schwarzen Humor bekannt - wie viel Harald Schmidt steckt in der Serie drin?

Um es neudeutsch zu sagen - ich glaube, dass vom "Spirit" her da doch einiges spürbar wird. Es ist natürlich eine Serie, die einen gewissen schwarzen Humor hat. Geschrieben haben es ja wunderbare Autoinnen und Autoren. Ich habe ja nur die Idee gegeben. Aber es ist eine Art "Guldenburgs" mit Internet. Viel Tiere und auch viele Pferde. Es wird auch geweint, es wird aber auch in den Arm genommen und es wird auch "e Schöppche gedrunge".

Es heißt, Sie haben ein 25-seitges Konzept geschrieben und die Autoren haben das dann für Sie umgesetzt. Ist das Ergebnis in Ihrem Sinne? 

Wobei das 25-seitige Konzept muss eine Erfindung der PR-Abteilung sein. Ich glaube, es waren sechs Seiten und auch mit vielen Leertasten zwischendurch. So eine Serie muss sich ja auch mit einem Satz erklären lassen. Ich habe gesagt, was haltet Ihr von der Serie "Schöngeistiger Sohn erbt Verlag, den er nicht haben will"? Und dann war natürlich kein Bremsen mehr. Man hat mir das Konzept aus den Händen gerissen und ich sage, "Hey, meine Buddys sitzen beim SWR - macht es Jungs ... und Mädels natürlich!".

Die Figuren sind von Personen inspiriert, die Sie mal getroffen haben. Solche Menschen gibt es wirklich?

Ja, solche Menschen gibt es wirklich! Ich bin ja viel im Jet-Set unterwegs - ich bin im Januar wieder bei einer Premiere im Mainzer "unterhaus". Ich kenne die Elite unseres Landes. Ich kann nicht konkret sagen, auf wen sich das bezieht, denn leider hat heutzutage jeder ein Persönlichkeitsrecht.

War Uwe Ochsenknecht als Wolfram Labaule von Anfang an Ihre Wunschbesetzung?

Ehrlich gesagt hatte ich gar nicht zu wagen gehofft, dass jemand von der Kategorie Uwe Ochsenknecht da zusagt. Er ist ein fabelhafter Schauspieler, er lieferte eine unglaublich gute Leistung ab und es ist einfach schauspielerisch unglaublich gekonnt, was er da zeigt. Es ist ein riesen Glücksfall für die Serie, dass es dem Produzenten gelungen ist, ihn zu verpflichten.

Warum spielen Sie selber nicht mit?

Zu faul! Das heißt ja auch schminken, Text lernen, falsche Haare kleben und richtige Haare abrasieren und so weiter. Ganz ehrlich gesagt, wäre auch keine Rolle für mich drin gewesen. Da sind so tolle Schauspieler - das kann ich als Schauspieler gar nicht, was da gefordert ist.

Warum sollte man "Labaule & Erben" auf keinen Fall verpassen?

Damit der Sender eine zweite Staffel in Auftrag gibt (lacht). Das wäre schön. Oder das andere Sender, wie das ZDF, aufgrund von "Labaule & Erben" sagen, "Das ist eine Sache, die uns auch gefallen könnte. Macht das doch mal bei uns - aber es sollte in Schweden spielen."

Und wenn die dann sagen, aber der Schmidt muss mitspielen...

Gut, ich lasse ja mit mir reden. Ich habe das gerade kürzlich einem Produzenten gesagt: "Du kannst mir jederzeit eine Rolle anbieten, wenn die Rolle folgendermaßen beschrieben wird: Der taubstumme Lord wird im Rollstuhl auf die Terrasse des Luxushotels an der Cote D'Azur geschoben."

STAND