Paradies für Keime und Mikroben Bärte sind unhygienischer als ein Hundefell

Seit einigen Jahren liegt der Vollbart bei Männern wieder voll im Trend - ob nun lang oder kurz getrimmt. Aber wird er von den Trägern ausreichend gepflegt? Eine Studie aus der Schweiz ist alarmierend. Sie belegt, dass im Bart mehr Keime und Mikroben zu finden sind als in einem Hundefell.

Woher kommen die Zahlen?

Im St. Anna Klinikum in Luzern werden neben Menschen auch Hunde mit einem MRT-Scanner (Magnetresonanztomograph) untersucht. Um Kritik daran zu begegnen, das diese Praxis unhygienisch ist, wurden dort 30 Hunde mit verschiedenen Haarlängen auf Keime untersucht und mit Proben aus Bärten von 18 Männern verglichen. Die menschlichen Proben zogen die Ärzte auch von zwei weiteren Kliniken heran, die keine Tiere im MRT untersuchen.

Das Ergebnis des Vergleichs Männerbart vs. Hundefell

Die Männerbärte waren laut "ÄrzteZeitung" deutlich unhygienischer als Hundepelz. Im Vergleich zu bärtigen Männern sind Hunde hygienischer. In den Bärten aller Testkandidaten fanden die Ärzte eine signifikant höhere Belastung mit Keimen. Das traf bei den Hunden nur bei 23 Tieren zu. Und es kommt noch schlimmer: Die Ergebnisse zeigten auch, dass sieben Bartträger zusätzlich gesundheitsgefährliche Mikroben in ihrem Gesichtshaar beherbergten. Diese Diagnose traf nur auf vier Hunde zu. "Aufgrund der Resultate können Hunde im Vergleich zu bärtigen Männern als sauber gelten", zitiert das Fachblatt die Autoren der Studie.
Die Desinfektion der MRT-Geräte brachte nur bei den Hunden den gewünschten Erfolg - trotz gründlicher Sterilisation, fanden die Forscher bei menschlicher Nutzung der Geräte im Schnitt noch fünf koloniebildende Einheiten, die bei der Quantifizierung von Mikroorganismen eine Rolle spielen.

Angst vor Bärten

Pogonophobie - Angst vor Bärten (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Ein traumatisches Erlebnis kann Pogonophobie - Angst vor Bärten - auslösen Foto: Colourbox.de -

Muss man jetzt Angst vor Bärten bekommen - die Studienergebnisse tragen zumindest dazu bei. Die sogenannte Pogonophobie ist kein Scherz, denn es gibt sie wirklich. Laut der Weltgesundheitsorganisation betrifft diese Angst rund sieben Prozent aller Menschen und vorwiegend Frauen. Betroffene Personen meiden die Nähe von bärtigen Männern, geschweige denn, dass sie einen Bart anfassen oder selbst tragen wollen. Sie verbinden Bartträger oft mit Vernachlässigung der eigenen Person und mangelnder Hygiene. Ursache für diese übersteigerte Angst kann beispielsweise ein traumatisches Kindheits- oder Jugenderlebnis sein.

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