Gestrickte Christbaumkugeln (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

O du nachhaltige Weihnachten ganz ohne Gans und Lametta

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Lecker ist er ja, der Gänsebraten zum Fest. Nachhaltig aber nicht. Ebenso wenig die frisch im Wald geschlagene Fichte. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ihrem Weihnachtsfest eine positivere Klimabilanz geben.

Viele Vegetarier kennen das Problem: An Weihnachten kommt traditionell ein Braten auf den Tisch. Für sie bleiben daher häufig Kroketten mit Rotkraut. Bei Menschen, die sich vegan ernähren, wird es noch komplizierter. Wie schafft man es, Weihnachten ohne Produkte zu feiern, durch die Tiere leiden müssen?

Das ist gar nicht so schwer, wie man denkt: Inzwischen gibt es für jedes tierische Produkt einen nahrhaften und leckeren Ersatz: Weißes Mandelmus ersetzt beispielsweise Sahne, statt Fleisch gibt es Braten aus Tofu oder Seitan, einem Weizenprodukt aus der traditionellen asiatischen Küche.

Übertreiben sollte man es mit den exotischen Ersatzlebensmitteln allerdings nicht. Je nach Transportstrecke, die diese zurücklegen, belasten sie auch das Klima. Hier gilt: Regional ist besser als importiert. Deutsche Sojaprodukte sind nachhaltiger als asiatische. Generell ist die vegane Lebensweise aber deutlich klimafreundlicher. Während nur rund 18 Prozent der Kalorien, die Menschen essen, von tierischen Produkten stammen, benötigen diese in ihrer Herstellung jedoch 83 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Tierische Produkte belasten unsere Umwelt also in hohem Maße.

Vegane Plätzchen

Für eine vegane Plätzchenschlemmerei im Kerzenschein gibt es ebenfalls keine Hindernisse. Veganer nutzen zum Beispiel Margarine statt Butter, sogenannter Seidentofu ersetzt Eier, und an Stelle von Kuhmilch kommen pflanzliche Alternativen aus Mandeln oder Hafer in den Teig. Selbst Eischnee lässt sich mit Hilfe von Bohnenwasser problemlos herstellen. Manche Rezepte wie das von Früchtebrot sind sogar schon vegan.

Rapswachskerzen statt Bienenwachs

Vorsicht ist bei den Kerzen auf dem Adventskranz geboten. Kerzen aus Bienenwachs sind zum Beispiel nicht vegan, weil das Wachs ein tierisches Produkt ist und aus dem Bienenstock entnommen werden muss. Auch das aus Erdöl hergestellte Paraffin ist wenig umweltfreundlich. Wer auf Kerzen mit tierischen Inhaltsstoffen verzichten will, sollte zu Soja- und Rapswachskerzen greifen.

Versteckte Stoffe im Glühwein

Wer nach einem langen Backtag noch Zeit für den Besuch eines Weihnachtsmarkts hat, kann auch dort seinen ökologischen Fußabdruck aufpolieren. Neben Bio-Glühwein und solchen vom Winzer von nebenan gibt es zunehmend auch vegane und somit tier- und klimafreundliche Alternativen. Denn herkömmlicher Wein ist selten frei von tierischen Stoffen. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts filtern Winzer mit Hilfe von Eiweiß oder Gelatine Trübstoffe und Essignoten aus dem Wein. Das geht aber auch mit pflanzlichen Proteinen aus Bohnen oder Kartoffelstärke. Geschmacklich unterscheiden sich die Weine nicht.

Leihen statt kaufen

Als völlig unnötig bezeichnen Klimaschützer das alljährliche Schlagen der zahlreichen Fichten - nur um sie für ein, zwei Wochen im Wohnzimmer aufzustellen. Nachhaltiger ist es, den Christbaum einfach zu leihen. Nach den Feiertagen wird dieser einfach wieder eingepflanzt statt mühsam entsorgt. Drei bis vier Jahre macht der Baum in der Regel locker mit. Positiver Nebeneffekt: Hat man einmal die perfekte Tanne gefunden, spart man sich im Folgejahr die Suche.

Rückkehr der Strohsterne

Es muss nicht immer Kunststoff sein. Natürliche Materialien wie Stroh, Holz oder Papier sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch weitaus ökologischer als Plastikkugeln und Lametta. Wer an Weihnachten nachhaltig dekorieren möchte, achtet am besten zudem auf energiesparende LED- Lichterketten. Gutes tun kann man im Übrigen mit dem Kauf des Weihnachtsschmucks ebenfalls: Viele Behindertenwerkstätten bieten selbst gemachte Holzaccessoires an.

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