Möglicher Anbieter aus Rheinland-Pfalz 5G-Vergabe - Mischt United Internet mit?

Der Beirat der Bundesnetzagentur hat am Montag darüber beraten, nach welchen Vorgaben im Frühjahr die 5G-Frequenzen für den Ausbau des Mobilfunks versteigert werden sollen. Auch United Internet aus Montabaur könnte sich zum ersten Mal an der Versteigerung beteiligen - unter bestimmten Bedingungen.

5G-Mobilfunkmast (Foto: SWR, SWR -)
5G-Mobilfunkmast auf einem Testgelände SWR -

Mit den 5G-Frequenzen sollen noch mehr Daten transportiert werden können. Bislang gibt es nur drei Netzbetreiber, die Antennen aufstellen dürfen: die Telekom, Telefonica/O2 und Vodafone. Auch ein Unternehmen aus Rheinland-Pfalz erwägt, mitzumischen: United Internet, ehemals 1&1, aus Montabaur.

Bedingung: Sicherheit für Investition

Voraussetzung für den Internetanbieter aus Montabaur ist aber, dass er zunächst die Netze anderer Anbieter mitnutzen kann. Das könnte nach dem heutigen Entschluss der Bundesnetzagentur künftig möglich sein. Zwar werden die Telekommunikationsunternehmen nicht dazu gezwungen, ihre Netze für nationales Roaming zu öffnen - allerdings werden sie von der Bundesnetzagentur dazu verpflichtet, mit ihren Wettbewerbern über eine technische und vertragliche Kooperation zu verhandeln.

Für das Unternehmen aus dem Westerwaldkreis ist das eine Voraussetzung: "Wenn wir sehr viel Geld in die Hand nehmen und investieren wollen, müssen wir uns darauf verlassen können, dass wir diese Investitionen auch sicher tätigen können", sagte Pressesprecher Mathias Brandes im Vorfeld der Entscheidung am Montag im SWR1-Interview. "Dazu gehört dann, dass wir in der Anfangsphase bestehende Netze der anderen Netzbetreiber mitnutzen können, damit unsere Kunden, wenn sie außerhalb unseres Bereichs fahren, auch weiterhin Empfang haben", so Brandes. Noch hat United Internet keine eigenen Sendemasten - die müsste das Unternehmen erst aufbauen.

Mehr Bandbreite für veränderte Nutzung

Vor allem die Wirtschaftsbetriebe wollen möglichst schnell von der neuen Technik profitieren. Und auch der einzelne Internetnutzer wird von den 5G-Lizenzen profitieren, glaubt Mathias Brandes. Jeder merke an sich selbst, dass er immer mehr Daten verbrauche, zum Beispiel mit Handyvideos. "Dafür brauchen Sie dann auch irgendwann mehr Bandbreite, mehr Geschwindigkeit."

Die ersten Smartphones für 5G werden zur Zeit erst entwickelt. Sie werden am Anfang noch recht teuer sein. Sollte es aber mehr Netzanbieter geben, die sich den Markt teilen, dann könne das für den Verbraucher nur gut sein, sagt Mathias Brandes. "Wenn Sie einen neuen Wettbewerber haben, der an den Markt kommt, das könnten wir sein, dann wird automatisch Druck ausgeübt auf den Markt."

Und Druck baute am Montag auch der Beirat der Bundesnetzagentur auf - und zwar auf die Behörde: Das Gremium forderte die Netzagentur auf, "ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, die Marktteilnehmer zu maximaler Kooperation zu bewegen, damit allen Endkunden möglichst durchgängige Netze zugänglich sind". Die Frequenzauktion soll im Frühjahr 2019 starten - und sollten sich die Anbieter bis dahin auf eine gemeinsame Nutzung der Netze einigen können, ist vielleicht auch United Internet mit dabei.

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