Mit Knopf im Ohr und Kamera Betrugsversuch bei Führerscheinprüfung im Westerwald

Statt zu lernen, hat ein 21-Jähriger in Westerburg versucht, sich die Antworten seiner Führerscheinprüfung mithilfe einer aufwändigen technischen Konstruktion vorsagen zu lassen. Offenbar eine Betrugsmasche, wie SWR1-Reporter Joachim Wulkop herausgefunden hat.

Jugendliche bei der theoretischen Führerscheinprüfung (Foto: picture-alliance / dpa, SWR -)
Jugendliche bei der theoretischen Führerscheinprüfung (Symbolbild) SWR -

Wo man besser nicht schummeln sollte, ist die theoretische Führerscheinprüfung, denn das kann schnell gefährlich werden, für einen selbst und andere. Trotzdem hat es mal wieder jemand versucht. Was ist passiert?

Tja, jemand dachte offensichtlich schlauer zu sein als der Prüfer und hat während der Prüfung eine kleine Kamera am Hemd und einen Knopf im Ohr gehabt. Damit hat er dann die Fragen vom Bildschirm abgefilmt. Ein Komplize draußen vor der Tür hat das Bild empfangen und ihm dann auf den Knopf im Ohr die richtige Antwort vorgesagt. Das ist dem Prüfer allerdings aufgefallen. Der hat dann sofort die Polizei gerufen. Der Prüfling wollte erst flüchten, die Polizei hat ihn aber erwischt und vernommen. Der Komplize konnte allerdings fliehen.

Das ist nicht das erste Mal, dass jemand versucht zu betrügen. Da gab es schon letzte Woche auch im Westerwald in Hachenburg einen Versuch, der gescheitert ist. Offensichtlich stecken professionelle Betrüger-Banden dahinter?

Ganz genau, und zwar auch bei dem gleichen Prüfer. Der scheint also ein ganz gutes Näschen dafür zu haben. Diese professionellen Betrügerbanden bieten ihre Dienste zum Teil für weit über 1.000 Euro an. Davon gehen zumindest Polizei und der TÜV aus. Die zu erwischen ist sehr schwer. Meistens entkommen die Hintermänner, wie jetzt auch in diesem Fall. In einer von tausend Prüfungen etwa wird jemand beim Betrügen erwischt, sagt der TÜV. Er schätzt aber auch, dass die Dunkelziffer fünf Mal so groß ist. Das ist eine echte Gefahr für den Straßenverkehr.

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