Wohnungsnot in RP (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)

Mieterbund kritisiert Kommunen, Land und Bund Wie Wohnraum in Rheinland-Pfalz wieder bezahlbar werden könnte

In Rheinland-Pfalz gibt es wenig Wohnraum und diesen auch nur zu hohen Mietpreisen. Daran sind laut Vorsitzendem des Mieterbunds Rheinland-Pfalz Kommunen, Land und Bund selbst Schuld. Sie hätten "einen Riesenfehler" gemacht, sagt Franz Obst im Gespräch mit SWR1.

Wohnraum in Städten wie Mainz, Landau oder auch Trier seien zu billigen Preisen an Wohnungsgesellschaften verkauft worden, erläutert Obst. Damit hätten die Kommunen wie auch Land und Bund den Einfluss auf die Miethöhe aus der Hand gegeben. "Jetzt wird mit dem Wohnraum eben spekuliert." Große Wohnungsgesellschaften wie etwa Vonovia seien nur ihren Aktionären verpflichtet.

Mit Wohnungen wird spekuliert

Auch Bauland sei voreilig veräußert worden und das ohne Bauverpflichtungen. "Die Käufer haben diese Grundstücke dann einfach liegen lassen und sie liegen teilweise noch heute brach", kritisiert Obst. Das Bauland werde absichtlich nicht bebaut, damit Wohnungspreise weitersteigen. "Mit dem Bauland wird dann also spekuliert."

Eine Lösung für wieder bezahlbare Wohnungen sei etwa, wenn Kommunen wieder dazu übergehen würden, eigene Baugenossenschaften zu gründen. "Leuchtendes Vorbild" ist laut Obst die Stadt Wien. "Mehr Staat, weniger Markt." Die Stadt bestücke mit ihren eigenen Wohnungsgesellschaften den Markt. Daher sei es in der österreichischen Hauptstadt auch heute noch möglich, Wohnungen in guter Lage zu bekommen und das für fünf oder sechs Euro pro Quadratmeter. "Obwohl Wien von der Lage und Größe der Stadt eine ganz andere Hausnummer als Trier, Speyer oder Landau ist", sagt Obst.

Fördermittel für sozialen Wohnbau

In Rheinland-Pfalz haben Land und vier rheinland-pfälzische Städte Kooperationsvereinbarungen am Montag geschlossen. Damit soll der soziale Wohnbau gefördert werden. In Speyer sollen 150, in Landau 180, in Trier 240 und in Mainz 900 Wohnungen entstehen. Für diese Projekte stellt das Land Fördermittel in Höhe von 200 Millionen Euro zur Verfügung. Für den rheinland-pfälzische Mieterbund kommt diese Reaktion deutlich verspätet. "Es hat viel zu lange gedauert, bis dieses Problembewusstsein überhaupt mal angekommen ist", merkt Obst an.

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