Kaugummi auf Asphalt (Foto: SWR, picture-alliance/dpa - Fredrik von Erichsen)

Mainz, Koblenz, Kaiserslautern, New York So teuer kann ein ausgespuckter Kaugummi werden

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In vielen Innenstädten prägen ausgespuckte Kaugummis und weggeworfene Kippen das Bild in den Fußgängerzonen. In manchen Städten müssen erwischte Sünder dafür tief in die Tasche greifen.

Mainz: Erst reden

In Mainz kämpft man vor allem in der neu gestalteten Bahnhofsstraße mit ähnlichen Verschmutzungsproblemen. Die hellen Steine des Straßenbelages waren aus Kostengründen bei der Sanierung nicht imprägniert worden- das verschärft jetzt das Problem. Auch spezielle Reinigungsmaschinen brachten bisher keinen Erfolg. Trotzdem setzen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf Kommunikation und Einsicht, statt auf Strafe und Geldbuße. Wer seinen achtlos entsorgten Abfall ohne große Widerworte entsorgt, der geht straffrei aus. Wird der Täter allerdings frech, stehen zwischen 20 Euro für eine Zigarettenkippe und 25 Euro für einen Kaugummi auf dem Knöllchen.

Koblenz: Günstiges Pflaster

Die Stadt Koblenz sammelte vor einigen Jahren mit einem bestens funktionierenden, speziellen Reinigungsfahrzeug Erfahrungen. Das fräste zum Beispiel Kaugummis mittels Wasserdruck vom Straßenbelag. Allerdings war das Wasser in Koblenz für die Maschine zu kalkhaltig und der Wartungsaufwand zu hoch. Wer am Deutschen Eck einen Kaugummi oder eine Zigarettenkippe auf dem Bürgersteig oder in der Fußgängerzone entsorgt, der muss maximal 10 Euro Strafe zahlen.

Ludwigshafen: Die Gum-Wall

Dauer

Etwas Besonderes im Kampf gegen die achtlos entsorgten Kaugummis gibt es im Bereich einiger Straßenbahnhaltestellen in Ludwigshafen: Die so genannte Gum-Walls – deutsch: Kaugummi-Wände. Auf der Vorderseite eines blauen Kästchens das an den Haltestellen angebracht ist, ist ein spezielles Papier eingespannt. Darauf sind circa fünfzig verschiedene bunte Smileys abgebildet. Sie sollen die Ludwigshafener animieren, genau dort ihren Kaugummi draufzukleben. Die Idee kommt an und findet erste Nachahmer.

Kaiserslautern

Auch Kaiserslautern möchte demnächst die ersten Gum-Walls aufstellen. Dort stört die Bürger die Verschmutzung der Bürgersteige mit Kaugummi und Kippen am allermeisten. Das ergab eine jüngst durchgeführte Bürgerbefragung. Danach setzt man in Kaiserlautern mit einer Aktion zur Sauberkeit jetzt auf Aufklärung und ein stärkeres Wir-Gefühl. Nicht ordentlich entsorgter Müll wird mit 10 bis 25 Euro geahndet.

Mannheim: Teures Vergnügen

Die Stadt Mannheim geht mit drakonischen Strafen gegen Umweltverschmutzer vor. Bis zu 100 Euro werden dort für einen auf den Bürgersteig ausgespuckten Kaugummi, bis zu 75 Euro für eine achtlos entsorgte Zigarette fällig. Seit April gelten die Strafen und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren neuralgische Bereiche der Innenstadt sehr genau.

Rheinland-Pfalz bei Strafen relativ günstig

Wer bei uns die Umwelt mit Kaugummi oder Zigarettenkippen verschmutzt, kommt im Vergleich zu anderen Städten und Metropolen durchweg günstig weg. Ebenfalls relativ günstig entsorgt man in Niedersachsen Kaugummi oder Zigarettenkippe. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover werden zum Beispiel rund 10 Euro fällig. Doppelt so viel dürfen Müllsünder in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden berappen. Wer sich in Stuttgart unachtsam einer Zigarettenkippe oder eines Kaugummis entledigt, der muss mit bis zu 100 Euro Strafe rechnen. Richtig teuer wird es im Ausland. In New York beispielsweise kann ein derartiges Vergehen mit bis zu 500 Dollar geahndet werden. Im Vorzeigestaat Singapur ist der Besitz von Kaugummi (ohne ärztliches Rezept) und der Konsum in der Öffentlichkeit grundsätzlich verboten.

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