Kennzeichnung, Lagerung und Farbe Was Sie über gefärbte Ostereier wissen sollten

Gefärbte Eier gehören einfach zu Ostern. Also entweder selbst färben oder kaufen. In beiden Fällen gilt es, einige Punkte unbedingt zu beachten.

Weniger strenge Kennzeichnungspflicht

Gefärbte Eier unterliegen einer weniger strengen Kennzeichnungspflicht wie rohe Eier. So darf bei gefärbten Eiern auf die Kennzeichnung der Haltungsart verzichtet werden. Die Kennzeichnung für Handelsware ist innerhalb der Europäischen Union einheitlich geregelt:

ArtBestandteile
gefärbte KartonwareMindesthaltbarkeit, Anzahl, Name und Anschrift des Anbieters, verwendete Farbstoffe
gefärbte lose WareKennzeichnung auf einem Schild neben der Ware:
Mindesthaltbarkeit, Hinweis "Mit Farbstoff"
roh, ungefärbtMindesthaltbarkeit, Anzahl, Name und Anschrift des Anbieters, haltungsform

Darüber hinaus raten die Experten der Verbrauchenzentrale dringend davon ab, Handelsware ohne ein explizit angegebenes Mindesthaltbarkeitsdatum überhaupt zu kaufen.

Farbe nicht ohne Zulassung

Isabel Marloth vom Landesuntersuchungsamt Koblenz (Foto: SWR, SWR -)
Isabel Marloth vom Landesuntersuchungsamt Koblenz SWR -

Bei gefärbten Eiern dürfen nur entsprechend zugelassene Farbstoffe zum Einsatz kommen. Als bedenklich gilt dabei die Gruppe der so genannten Azofarbstoffe. Isabel Marloth vom Landesuntersuchungsamt in Koblenz: "Bei den künstlichen Farbstoffen gibt es eine Kategorie der Azofarbstoffe. Diese müssen laut Gesetz deklariert werden, dass sie Hyperaktivität bei Kindern verursachen." Die einzige Ausnahme gäbe es bei Eiermalfarben, da diese nicht mit dem Ei in Kontakt kämen, so Marloth weiter.

Experten weisen darauf hin, dass auch bei zugelassenen Produkten immer die Möglichkeit einer allergischen Reaktion bedacht werden muss. Industriell gefärbte Eier mit dem Zusatz "Bio" dürfen nur mit so genannten "färbenden Lebensmitteln" gefärbt werden. Wer mit künstlichen Farben selbst färbt, sollte das Ei nicht "anpieksen". Bleibt die Schale unversehrt, kommt das Ei selbst nicht mit dem Farbstoff in Kontakt. Außerdem hält es länger.

Diese Farbstoffe eignen sich für Ostereier

Selbst färben gehört auch bei uns zu den schönsten vorösterlichen Bräuchen. Dabei werden die Färbemittel in einem Sud eingelegt. Essig verstärkt die Farbwirkung. Die Eier bleiben dann rund eine Stunde im "Naturfarbbad".

blaugelbgrünrotbraun
MalvenblütenKümmelEfeublätterRote BeetePflaumenbaumrinde
SafranSpinatRotkohlsaftEichenrinde
ErlenrindeBrennesselZwiebel + EssigZwiebel
ZwiebelschalenTee

Haltbarkeit

Gefärbte Eier sind nur dann über einen längeren Zeitraum haltbar, wenn die Schale vollständig intakt ist. Nach dem Färben werden die Eier mit kaltem Wasser "abgeschreckt". Das erleichtert das Pellen der Schale, reduziert jedoch die Haltbarkeit auf maximal zwei Wochen bei entsprechender Lagerung. Die Haltbarkeit eines nicht abgeschreckten Eis mit unversehrter Schale liegt gekühlt bei rund vier Wochen.

Stichwort: Ostergras

Im Zusammenhang mit künstlichen Farbstoffen kritisiert Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz auch künstlich eingefärbtes Ostergras: "Also dieses gefärbte Ostergras kann abfärben. Es ist nur geeignet für Lebensmittel, die verpackt sind. Wenn feuchte unverpackte Lebensmittel in das Gras gelegt werden, kann es sein, dass Farben aus dem Gras in das Lebensmittel übergehen und damit auch unerwünschte Schadstoffe."

Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, der greift zu echtem Gras, ungefärbter Holzwolle oder Stroh. Und bei den Farben kommen in diesem Jahr nur noch schwarzer Tee, rote Beete oder Spinat zum Einsatz.

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