Kampf gegen die Papierflut im Briefkasten Unerwünschte Werbepost schadet der Umwelt

Rund 33 Kilogramm Werbeprospekte landen jährlich in jedem unserer Briefkästen. Sebastian Sielmann will mit seiner Initiative "Letzte Werbung" gegen diese unerwünschte Papierflut mobil machen.

Ein Briefkasten in einem Mietshaus quillt über (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Wenn Werbung den Briefkasten überquellen lässt, soll ein Aufkleber "Keine Werbung" helfen picture-alliance / dpa -

Denn etwa 90 Prozent dieser Werbepost wandert direkt in den Papierkorb. Das ist eine enorme Verschwendung von Ressourcen. Deshalb sollte nur derjenige Werbung bekommen, der sie auch wirklich wünscht. In fast allen Fällen funktioniert ein Aufkleber "Keine Werbung" auf dem Briefkasten. Denn dieser ist rechtsbindend, Betroffene können dann gegen die unerwünschte Werbung vorgehen.

Angefordert werden kann der Aufkleber bei der Initiative "Letzte Werbung". Laut Sielmann weiß die Post ganz genau, wie viele Aufkleber auf den Briefkästen in jedem Verteilgebiet vorhanden sind. Das heißt, es werden auch nur so viele Prospekte in das Postauto geladen, wie benötigt werden.

Grundsätzlich sollten wir uns Gedanken darüber machen, ob wir als Gesellschaft die wertvolle Ressource Papier so ungehemmt verschwenden können. Denn für das Papier müssen Bäume gefällt werden, die ein wichtiger Schutz gegen den Klimawandel sind.

Mehrfache starke Umweltbelastung

Allerdings haben wir nicht nur diesen Papiermüll in Form von Werbeprospekten. Bereits bei der Herstellung des Papiers ist die Umwelt stark belastet worden. Denn dabei wurden viel Holz, Energie und Wasser verbraucht. Und oft leiten die Papierfabriken auch noch gefährliche Chemikalien in die Gewässer ein.

Werbeprospekte können in der Regel auch nicht recycelt werden, da die meisten von ihnen nicht auf recyclingfähigem Papier gedruckt sind. Die Prospekte sind oft nassfest, imprägniert oder sie glänzen durch besondere Farben und Lacke. Da Kunden gelockt werden sollen, sind die Prospekte besonders bunt und attraktiv. Deshalb gehören die meisten von ihnen nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll.

Der etwas andere Tipp

Übrigens hat das Umweltbundesamt einen ganz anderen Tipp als den Aufkleber "Keine Werbung" auf dem Briefkasten. Die erhaltenen Prospekte sollten als "Annahme verweigert" an den Absender zurückgeschickt werden. Das macht natürlich Arbeit, hat aber vielleicht den größten Effekt auf die Firmen: Dann quillt nämlich bei denen der Briefkasten über.

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