Hochwildschutzpark Rheinböllen in der Kritik Tierpark-Füchse als Abricht-Objekte?

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Dass Tierpark-Füchse als Abricht-Objekte für Jagdhunde eingesetzt werden, klingt krass. Ein solcher Fall aus dem Hochwildschutzpark Rheinböllen wurde zuletzt publik - und sorgte entsprechend für gehörige Aufregung in sozialen Medien. Ein klarer Fall? Nicht ganz.

Michael Hoffmann, Tierpfleger im Hochwildschutzpark Rheinböllen, liebt seine Schützlinge über alles. Nun wird er allerdings in sozialen Netzwerken als "Monster" bezeichnet. Anlass für die Beschimpfungen sind zwei Füchse, die er vor vier Jahren in einem 30-Quadratmeter-Gehege bei einem Jagdclub entdeckte. Er bat die Jäger damals um einen Umzug der Tiere in seinen Tierpark, wo sie sich auf einem 300-Quadratmeter-Grundstück bewegen könnten.

Füchse als Köder

Die Jäger willigten ein - unter der Bedingung, dass die Füchse einmal im Jahr für ihre Jagdterrier-Prüfungen in der Schliefanlage ausgeliehen werden dürfen. Der Tierpfleger stimmte dem zu - ohne genau zu wissen, worum es sich handelt.

Eine Schliefanlage ist ein künstlicher Fuchsbau, in dem die Jäger die Tiere unterbringen. Anschließend lassen sie ihre Jagdhunde los, damit diese Witterung aufnehmen können. In dem künstlichen Bau trennt ein Gitter die Füchse von den Hunden. Die Kreisverwaltung Simmern kontrollierte die Anlage im letzten Jahr und bestätigte, dass diese legal sei.

Endgültige Schließung als Ziel

Doch vor kurzem bekamen Tierschützer von den Prüfungen Wind und richteten im Internet einen wütenden Text an den Wildpark Rheinböllen. Sie fordern darin, dass der Park sich für die Füchse einsetzt und die jährliche Ausleihe stoppt. Dem Park sind allerdings die Hände gebunden. Man könne nur über Tiere entscheiden, die dem Park gehörten. Das sei bei den Füchsen nicht der Fall.

Daniel Peller vom "Aktionsbündnis Fuchs" betont, dass sich die Kritik weniger gegen den Wildpark richte als vielmehr allgemein gegen die grausame Praxis der Schliefanlagen. Das Ziel sei eine endgültige Schließung der Anlage - doch bis dahin sei es noch ein langer Weg, der langfristige Öffentlichkeitsarbeit und gesellschaftlichen und politischen Druck erfordere.

Geplatzter Deal

Diesen bekam der Hochwildschutzpark Rheinböllen nun zu spüren. Der Park entschied sich, die Füchse vom Jagdclub zu übernehmen. Die Jäger stimmten zu, kündigten gleichzeitig aber an, dass man sich zwei neue Füchse anschaffen werde. Die hätten dann wieder im 30-Quadratmeter-Gehege leben müssen. Vom Regen in die Traufe? Der Tierpark ließ den Deal letztlich platzen. 

Tierpfleger Michael Hoffmann versteht die große öffentliche Erregung ohnehin nicht. Seiner Ansicht nach sind die beiden Füchse in seinem Parkgehege keine gequälten Kreaturen - der Schliefanlage zum Trotz. Die Jäger seien mit ihren Hunden schließlich immer durch das Gitter von den Füchsen getrennt - und man habe den Eindruck, dass die Füchse mit den Hunden spielen möchten.

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