Ein Paketbote hat mehrere Pakete unter dem Arm. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Hochbetrieb in den Logistikzentren Ausgebeutete Paketboten und drohender Verkehrskollaps

Vorweihnachtszeit, das bedeutet Hochbetrieb in den Logistikzentren und bei den Paketdiensten. Pro Tag werden bis zu 19 Millionen Pakete verteilt - mit weitreichenden Folgen.

Das ist neuer Rekord: 330 Millionen Sendungen erwartet der Bundesverband Paket- und Expresslogistik im diesjährigen Vorweihnachtsgeschäft - das sind bis zu 19 Millionen Pakete täglich. DHL gibt an, in dieser Zeit doppelt so viele Päckchen wie im Rest des Jahres auszuliefern. DPD rechnet mit 330.000 Paketen pro Stunde.

Goldrauschstimmung beim Onlinehandel

Der Grund für die ständig wachsende Zahl an Sendungen ist der immer weiter steigende Onlinehandel. Ja nach Quelle kaufen zwischen 20 und 75 Prozent aller Deutschen inzwischen mindestens ein Weihnachtsgeschenke online. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht, die Zuwachsraten betiteln Branchenkenner im "hohen zweistelligen Bereich".

Gravierende Folgen für die Umwelt

Der ungebremst wirkende Boom und die damit verbundene Logistik hat auch Auswirkungen auf unsere Umwelt, wollen doch 87 Prozent aller Online-Käufer auch eine Zustellung an die Haustüre. Laut einer Greenpeace-Umfrage wissen vier von zehn Online-Bestellern schon beim Einkauf, dass sie einen Teil der Ware nicht behalten wollen. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent des Verkehrs in deutschen Innenstädten heute durch Güter- und Warentransporte entsteht. In Stoßzeiten, sagen Studien, sind Lieferwagen für 80 Prozent der dann entstehenden Staus verantwortlich. In Städten wie Düsseldorf besteht zum Beispiel schon an "normalen" Tagen ein Drittel des Verkehrs aus Lieferfahrten.

Druck auf Paketfahrer wächst

Die Fahrer dieser Lieferungen stehen dabei unter einem enormen Druck. Oft ist die Zahl der Auslieferungen schlichtweg nicht zu schaffen. Überstunden und Fahrten bis spät in den Abend sind die Folge. Und das bei Löhnen, die zum Teil weit unter dem Mindestlohn liegen. Beim Großteil der Paketboten handelt es sich inzwischen um ausländische Fahrer, die für wenig Geld nicht selten zwölf Stunden täglich schuften.

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