Marienkäfer (Foto: SWR, colourbox - colourbox)

Harlekinkäfer breitet sich aus Marienkäfer in Gefahr

Er gilt als Glückssymbol und leitet seinen Namen direkt von der Jungfrau Maria ab: Der Marienkäfer. Immer häufiger bekommt der Krabbler jetzt jedoch Konkurrenz. Der Grund ist ein ähnlich aussehender Käfer aus Asien.

Natürlicher Schädlingsbekämpfer

Es gibt in Deutschland 70 bis 80 Arten von Marienkäfern. Am häufigsten ist laut NABU der sogenannte "Siebenpunkt" - der Käfer, den wir auch als Glückssymbol kennen. Marienkäfer sind natürliche Schädlingsbekämpfer und unterstützen Gärtner und Landwirte im Kampf gegen Blattläuse. Bis zu 150 solcher Läuse vertilgt eine einzige Marienkäferlarve pro Tag. Auch im Kampf gegen Florfliegen, Gallmücken, Raubmilben, Woll- oder Schmierläuse werden die kleinen Käfer eingesetzt und deshalb seit gut zwanzig Jahren in Massen gezüchtet.

Gefräßigere Arten aus Asien

Dauer

Zur natürlichen Schädlingsbekämpfung wurden während dieser Zeit auch Arten bei uns eingeführt, die ursprünglich in Asien beheimatet waren. Dazu gehört der asiatische Harlekinkäfer. "Der Harlekinkäfer wird immer mehr zur Konkurrenz für einheimische Käfer," weiß die Biologin Ann-Sybil Kuckuk vom NABU. " Vor allem beim Nahrungsangebot ist der Harlekinkäfer deutlich anpassungsfähiger als die bei uns heimischen Arten. Er vertilgt bei schlechter Nahrungslage auch die Larven anderer, einheimischer Marienkäferarten und ist deshalb in einigen Regionen inzwischen häufiger anzutreffen als der "Siebenpunkt".

Diese Entwicklung gilt nicht nur für Rheinland-Pfalz, sondern für ganz Deutschland, so Ann-Sybil Kuckuk. "Die Ausbreitung des Harlekins ist nicht mehr aufzuhalten. Ob der Siebenpunkt dadurch aber zukünftig völlig verschwindet, ist anzuzweifeln. Genaue Zahlen sind uns nicht bekannt", ergänzt die Biologin.

Das können Sie für Marienkäfer tun

Marienkäfer (Foto: SWR, colourbox - colourbox)
Bei uns heimisch der "Siebenpinkt". colourbox - colourbox

Marienkäfer überdauern in einer Winterstarre die kalte Jahreszeit. An geeigneten Orten finden sich zum Teil hunderte Tiere zusammen. "Das kann auch in alten Fensterrahmen sein. Wird das Fenster geöffnet, können die Tiere gestört und wach werden oder beim Wiederschließen zerquetscht man sie. Am besten ist es, den Tieren geeignetere Alternativen zu bieten", rät Ann-Sybil Kuckuk.

Im Garten könnte eine solche Alternative ein Laubhaufen oder ein verwitternder Baumstupf mit Spalten sein. Im Handel werden auch "Marienkäferhotels", vergleichbar mit den bekannten "Bienenhotels", als Überwinterungshilfen angeboten. Alternativ können Sie ein solches Hotel auch selbst bauen. Anleitungen finden Sie online zum Beispiel bei pro-insect.com.

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