Gute Arbeitsbedingungen für Näherinnen Wie man faire Kleidung kaufen kann

Nur weil Kleidung teuer ist oder von einer bestimmten Marke stammt, sind faire Arbeitsbedingungen längst nicht garantiert. Aber woran erkenne ich faire Klamottenlabel?

Kleidung wird mit Nähmaschine genäht (Foto: SWR, SWR -)
Faire Kleidung bedeutet faire Arbeitsbedingungen für Näherinnen SWR -

Wer bei Kleidung darauf achten will, dass die Arbeitsbedingungen für die Näherinnen in Ordnung sind und kontrolliert werden, für den ist einkaufen nicht leicht. "Die Kleidung gibt's nicht mal eben um die Ecke", sagt SWR1 Umweltredakteurin Alice Thiel-Sonnen. Zum Einkaufen müsse man mehr Zeit mitbringen und entweder gezielt in kleinen, ausgewählten Läden shoppen oder in Online-Shops suchen. "Oder man weiß eben, welche Marken fair schneidern lassen - dann kann man auch mal in Kaufhäusern oder Textilketten fündig werden." Eben mal in der Fußgängerzone bummeln gehen sei da schwierig.

Fair hergestellte Kleidung erkennen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um fair hergestellte Kleidung zu erkennen. "Am sichersten ist es, wenn man nach dem 'Fair Wear Foundation Label schaut", sagt Alice Thiel-Sonnen. Die Stiftung für Faire Kleidung ist am roten Schriftzug mit rotem Kleiderbügel zu erkennen. "Da stecken Outdoormarken hinter wie Schöffel, Vaude oder Naturtextilien wie Hess Natur oder Grüne Erde dahinter, oder auch Blutsgeschwister", zählt die Umweltredakteurin auf. "Das ist jetzt wahllos rausgegriffen, um zu zeigen, das sind kleine, ausgefallene und große Namen dabei."

Label hinterfragen

Auch das Zertifikat "Global Organic Textil Standard" – kurz GOTS – bietet Orientierung. Zu erkennen ist es an einem grünen Kreis mit einem weißen Hemd darin. "Da geht es mehr um Ökokleidung, das ist deren Schwerpunkt", so Alice Thiel-Sonnen. Aber auch Arbeitsschutz und gerechte Löhne spielen eine Rolle.

"Es gibt noch viele andere Textil-Labels, die mal mehr, mal weniger aussagen", sagt die Expertin. "Sie wenigstens schauen auf soziale Kriterien. Da muss man sich tatsächlich durcharbeiten und hinterfragen."

Auf Qualität achten und Ressourcen sparen

Für alle Label gilt: Fair geht nicht billig. "Davon muss man einfach ausgehen", so Alice Thiel-Sonnen. Aber es gehe auch nicht darum, sich auf einmal von Kopf bis Fuß fair gelabelt zu kleiden. Es sei ein guter Anfang, Kleidung gezielter und bewusster zu kaufen und nicht jeden Modetrend mitzunehmen.

Wichtig sei letztendlich auch, auf die Qualität der Kleidung zu achten. "So dass ich die Kleidung lange tragen kann", so die Umweltredakteurin. "Das kann mal ne teure Marke sein, das kann aber auch Secondhand sein. Das ist nachhaltig, damit spare ich Ressourcen – und das hat ja auch was mit fair zu tun."

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