Geschenke mit Ablaufdatum Was bei Gutscheinen zu beachten ist

Gutscheine gehen immer und werden gerne verschenkt. Statistisch gesehen hat fast jeder Zweite entweder einen "analogen" oder einen Gutschein für den Einkauf im Internet als Geschenk bekommen. Wie schnell muss ich den Gutschein einlösen? Kann ich ihn auch weitergeben oder gegen Bargeld eintauschen? Hier erfahren Sie alles zu Ihren Rechten bei Gutscheinen.

Wie lange ist mein Gutschein gültig?

Gilt kein festgelegtes Ablaufdatum, hat der Beschenkte drei Jahre Zeit den Gutschein einzulösen. In vielen Fällen ist aber festgelegt, bis wann der Gutschein einzulösen ist. Das dürfen Händler grundsätzlich auch. Allerdings verweisen Verbraucherschützer darauf, dass eine zu knapp bemessene Frist unwirksam sein kann. Das Oberlandesgericht München stellte dazu fest, dass ein Gutschein für einen Einkauf bei einem Internethändler nicht auf ein Jahr befristet sein darf.

Die dreijährige Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein ausgestellt wurde. Nach Ablauf dieser Zeit muss der Verkäufer den Gutschein nicht mehr annehmen. Der Kunde hat aber Anspruch auf einen Teil des Geldes. Der Händler darf davon lediglich seinen entgangenen Gewinn einbehalten - wie hoch dieser ist, hängt vom Einzelfall ab. Ausnahmen bei der Einlösefrist gibt es bei Leistungen wie einer Theaterveranstaltung, die an die Spielzeit gebunden ist

Ist mein Gutschein an eine andere Person übertragbar?

Ein Gutschein ist in der Regel wie Bargeld: Selbst wenn er auf einen Namen ausgestellt ist, kann er auch von jedem anderen eingelöst werden. Einschränkungen kann es geben, wenn das Angebot auf den Beschenkten zugeschnitten ist und zum Beispiel bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen erfordert, etwa bei einer sportlichen Aktivität.

Kann ich meinen Gutschein gegen Bargeld eintauschen?

Händler sind nicht dazu verpflichtet, Gutscheine gegen Bargeld einzulösen, denn die Idee ist, dass es für den Gutschein Ware gibt. Ebenso wenig müssen sie nach Angaben von Verbraucherzentralen den Restbetrag in bar auszahlen, wenn der Kunde bei einem Kauf nicht die gesamte Gutscheinsumme aufbraucht. Eine stückweise Einlösung könnte eine Alternative sein. Sie gilt allgemein als zumutbar für den Händler.

Was mache ich, wenn der Händler pleite geht?

Geht der Händler vor Einlösung insolvent, hat der Kunde Pech. Wer einen Gutschein kauft, geht in Vorkasse. Bei einer Pleite verliert der Gutschein seinen Wert. Nur solange noch Waren zum Verkauf stehen, wird der Händler den Wertschein einlösen. Allerdings können sich Betroffene mit ihrer Forderung an den Insolvenzverwalter wenden.

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