Die weltgrößte Computerspielmesse Gamescom lockt jedes Jahr hunderttausende Zocker nach Köln. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christophe Gateau/dpa)

Gamescom eröffnet Landwirtschaftssimulator startet durch

Die Computerspielmesse Gamescom ist in Köln gestartet. Dort werden auch dieses Jahr aktuelle Spiele-Highlights präsentiert.

Neben den Topsellern, wie der Fußballsimulation "FIFA 19", hat der sogenannte Landwirtschaftssimulator von Giants Software die Herzen vieler Computerspieler erobert.

Screenshot des Spiels "Landwirtschaftssimulator" (Giants Software) (Foto: Giants Software)
Screenshot des Spiels "Landwirtschaftssimulator" (Giants Software) Giants Software

Wirtschaftsfaktor Computerspiele

Mittlerweile ist die Spielebranche ein großer Wirtschaftsfaktor. 2018 lag der Gesamtumsatz in Deutschland bei 4,4 Milliarden Euro, die für Videospiele und Konsolen ausgegeben wurden. Entwickelt werden die meisten großen Spiele jedoch im Ausland - von 100 Euro, die für diese Spiele ausgegeben werden, bleiben nur ganze 4,30 Euro bei deutschen Unternehmen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Sommerinterview mit SWR aktuell RP (Foto: SWR)
Ministerpräsidentin Malu Dreyer (Archivbild)

Rheinland-pfälzische Spiele-Entwickler spielen in Deutschland noch eine untergeordnete Rolle. Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist aber "die Games-Branche in Rheinland-Pfalz längst ein wichtiger Wirtschaftszweig". Zur Eröffnung der Gamescom betonte sie, dass wichtige Impulse von der Hochschule Trier ausgingen, an der Game Design im Studiengang "Intermedia Design" angeboten wird.

Rheinland-pfälzische Unternehmen

In Mainz und Worms zwei Firmen mit weltweit mehr als 100 Mitarbeitern, ansonsten tummeln sich im Land nur kleine Firmen in Kaiserslautern oder Trier. "Rheinland-Pfalz ist in Sachen Computerspielentwicklung nicht der bundesweite Spitzenreiter - Nordrhein-Westfalen und Bayern sind da deutlich größer", so SWR-Wirtschaftsredakteur Tobias Frey.

Hacken, pflügen, dreschen

Das Spiel ist seit Jahren schon ein Verkaufsschlager, die Fanbase ist riesig. In Köln stellt das Züricher Unternehmen unter anderem die Smartphone-Version des aktuellen Spiels vor.

Binnen weniger Wochen wurde das Spiel im vergangenen Jahr über eine Million Mal verkauft. Stefan Geiger ist Mitgründer des Unternehmens und weiß, warum der Landwirtschaftssimulator seine Fans so fasziniert: "Ein Teil ist sicher die Landwirtschaft selbst, dass die Spieler wirklich die Landwirtschaft mögen - die großen Maschinen, die Technik dahinter. Oder auch die Friedlichkeit dahinter, weil man einfach gerne auf dem Feld ist, die Natur genießt."

Dauer

Auf den Traktor, fertig, los

Beim Landwirtschaftssimulator startet der Spieler mit einem virtuellen Bauernhof. Er muss seine Felder pflügen, Getreide aussähen und später ernten. Dabei stehen ihm Traktoren, Mähdrescher und andere Gerätschaften aus der realen Landwirtschaft zur Verfügung. Auch Tiere, wie Hühner oder Kühe, können gehalten werden.

Der Landwirtschaftssimulator richtet sich an eine breite Zielgruppe, sagt Firmengründer Stefan Geiger. Auch ältere Menschen verbringen ihre Zeit auf dem virtuellen Bauernhof: "Wir haben viele Landwirte oder Leute, die irgendwie im Bereich Landwirtschaft tätig sind. Wir haben auch sehr viele Kinder und natürlich normale Spieler - quasi Nicht-Landwirtschaftsfans, bis hin zu Erwachsenen."

Lohnender Landwirtschafts-Wettkampf

Viele Menschen schauen bei einer E-Sport-Meisterschaft zu. (Foto: SWR, SWR -)
Massen-Event: E-Sport-Meisterschaft SWR -

Mittlerweile macht der Landwirtschaftssimulator auch große Schritte in Richtung E-Sport. Die Spieler treten in Wettbewerben gegeneinander an und kämpfen um Preisgelder in sechsstelliger Höhe. Aber viele Fans brauchen diesen Wettbewerbsgedanken gar nicht: Sie schätzen es, zu Hause einfach mal selbst Bauer spielen zu können.

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