Fragen und Antworten rund um die Biene Wie aus Läusekot Waldhonig wird

Warum fliegen Bienenvölker eigentlich nur eine bestimmte Blütensorte an? Warum schmeckt Thymianhonig nach Thymian? Diese und andere Fragen beantwortet Imker Thomas Hans aus dem pfälzischen Herxheim.

Wie kommen Honigsorten zustande?

Bienen entscheiden sich immer für eine Blütensorte. Wenn sich ein Bienenvolk zum Beispiel für die Lindenblüte entschieden hat, fliegen 95 bis 98 Prozent aller Bienen dieses Volkes nur auf die Linden. Sie ist blütenstetig - das heißt, dass auch die Bestäubungsleistung entsprechend höher ist.

Was ist das besondere an Waldhonig?

Für einen dunklen Waldhonig sammeln Bienen die zuckerhaltigen Ausscheidungen von Läusen, den sogenannten Honigtau (auch Mehltau genannt). Der Waldhonig hat einen kräftigen, malzigen Geschmack.

Warum schmeckt mancher Honig nicht nach der Blüte, von der er stammt?

Nur Kirschblüten- und Apfelblüten-Honig schmeckt nach der Pflanze, von der er gesammelt wurde. Kirsche erinnert ein bisschen an Amaretto und Marzipan. Kurios ist, dass Himbeerhonig gar nicht nach Himbeere schmeckt, sondern eher fruchtig und blumig.

Flüssig oder cremig - welche Sorte nehme ich?

Wer lieber flüssigen Honig aufs Brot streicht, greift am besten zu Akazienhonig und Waldhonig. Diese Sorten bleiben sehr lange flüssig.

Warum kristallisiert Honig?

Ob Honig schnell kristallisiert, hängt vom Zucker ab. Entscheidend dafür ist das Verhältnis von Trauben- und Fruchtzucker. Je höher der Traubenzuckeranteil dabei ist, desto schneller kristallisiert er auch. Für den Imker heißt das: Er muss den Honig nach dem Schleudern in fünf bis zehn Tagen verarbeiten, bevor er dafür zu fest wird.

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