Kaffeefilter und Wasserkanne (Foto: Colourbox)

Genuss in der Tasse So gelingt handgefilterter Kaffee garantiert

Oma setzt den weißen Porzellanfilter auf die gute Kaffeekanne und rückt den Wassertopf auf dem Küchenofen in die Mitte. Und dann riecht es einfach nur himmlisch nach frisch gebrühtem Kaffee.

Auch wenn der weiße Porzellanfilter längst zu Gunsten von French-Press, Italian-Coffee-Maker, Mokka-Bereiter oder Aero-Press in die hinterste Schrankecke verbannt wurde, Filterkaffee ist nach wie vor Nummer Eins bei uns. Laut Tchibo Kaffeereport 2018 trinken über 58 Prozent der Deutschen regelmäßig Filterkaffee.

Der Handfilter ist der absolute Klassiker und mittlerweile mache ich fast alle Kaffeebohnen-Tests mit ihm.

Arne Preuss, Kaffeeblogger

Ein weiterer Grund, der für einen handgefilterten Kaffee spricht, ist der fehlende Satz am Kannen- oder Tassengrund.

Filter(-halter)

Filtertüten (Foto: Colourbox)
Ob weiß oder braun, das spielt bei der Filtertüte keine Rolle.

Der Filterhalter sollte, da sind sich alle Filterkaffeeliebhaber einig, aus Porzellan oder Steingut sein. Alternativen gibt es - aus Plastik oder Edelstahl. Falten Sie die Filtertüte vor dem Einsetzen in den Filterhalter entlang der Ränder und benetzen Sie den Filter mit Wasser. Das verhindert das Durchreißen.

Richtig dosieren

Wer nicht zum vorgemahlenen Bohnenkaffee greift, der sollte die Kaffeebohnen mittelfein von Hand oder mit der elektrischen Mühle mahlen. Die SCAE, die Specialty Coffee Association empfiehlt 60 Gramm Kaffee pro Liter Wasser. "Je mehr Kaffeepulver, .. desto länger läuft der Kaffee durch. Die Kontaktzeit ist also länger und der Kaffee kann überextrahieren", erklärt Kaffeeblogger Arne Preuss. Von "Überextraktion" spricht man dann, wenn der Kaffee mehr bitter als aromatisch schmeckt.

Kaffee nicht gleich Kaffee

Kaffe wird in einen Filter gelöffelt (Foto: Colourbox)
60 Gramm Kaffeepulver pro Liter Wasser, empfiehlt die SCAE.

Mit der Frage nach gutem Kaffee kann man sicher Bücher füllen. Guter Kaffee ist zwar Geschmackssache, dennoch ist davon auszugehen, dass beim 3,00 Euro Sonderangebot aus dem Discounter qualitativ Luft nach oben ist. Es muss nicht unbedingt ein echter "Blue-Mountain-Grass-Kaffee" aus Jamaika mit einem Kilopreis von gut 200 Euro sein, aber auf das Fairtrade-Logo dürfen Sie ruhig achten. Das Logo sagt zwar nichts über den Kaffeegeschmack aus, sichert aber zumindest den Kaffeebauern einen gewissen Mindeststandard.

Wasser

Wie für alles, gibt es inzwischen entsprechende Spezialwasserkocher für Filterkaffee. Ein Topf auf dem Herd oder ein handelsüblicher Wasserkocher sind aber immer noch zeitgemäß. Wichtig, dass Sie das Wasser nicht kochend über das Kaffeepulver gießen. Warten Sie einen Moment. Unterdessen geben Sie das Kaffeepulver eben in den Filter und stellen den Filterhalter auf die Kanne oder direkt auf die Tasse.

"Blooming"

Benetzten Sie nun das Kaffeepulver langsam mit Wasser. Der Kaffee soll nun ein klein wenig Zeit bekommen, um zu quellen und sich auszudehnen. So gibt das Pulver deutlich mehr Aroma ab, als wenn sie das Wasser einfach nur darüber kippen. "Blooming" nennen die Experten diesen Vorgang. Arne Preuss hat klare Vorstellungen vom "Blooming": "Der Kaffee soll noch nicht im Wasser schwimmen. … Er soll schön gleichmäßig durchweichen, ca. 30 Sekunden."

Brühen

Gießen Sie jetzt das Wasser mit kreisenden Bewegungen über den Kaffee, bis der Filter fast voll ist. Lassen Sie diesen ersten Durchgang durchlaufen und gießen Sie dann nach. Hat sich Kaffee am Filterrand abgesetzt, nehmen Sie das Pulver beim zweiten Aufguss gezielt mit.

Filterkaffee-Statistik

Der Tchibo-Kaffeereport 2018 weist in Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich viele Kaffeetrinker aus. 60,2 Prozent aller Einwohner trinken mehrmals täglich eine Tasse Kaffee. Spitzenreiter ist hier übrigens das Saarland, Schlusslicht ist Berlin. 52,2 Prozent aller Rheinland-Pfälzer setzen dabei auf Filterkaffee, womit wir leicht unter dem Bundesdurchschnitt mit 58,2 Prozent liegen.

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