In einem Prospekt wird für eine so genannte Kryolipolyse - eine Kältebehandlung zur Fettreduktion - geworben (Foto: SWR)

Fett bei Minusgraden wegschmelzen Was Sie über Kryolipolyse wissen müssen

Kryolipolyse - hinter diesem Zungenbrecher verbirgt sich ein Verfahren, bei dem durch Frost Körperfett aufgelöst werden soll. Das hört sich nach einer Super-Alternative zu einer Diät an, ist aber mit Vorsicht zu genießen.

So funktioniert die Kryolipolyse

Bei der Kryolipolyse wird die Haut an bestimmten Körperstellen, beispielswiese an Bauch, Kinn oder Beinen, mit einem staubsaugerähnlichen Gerät eingesogen. Dann wird sie auf bis zu -5 Grad heruntergekühlt. Eine andere Möglichkeit ist, die Haut durch Platten punktuell zu kühlen. Die Prozedur dauert etwa 60 Minuten. Mit der Methode sollen die unter der Haut liegenden Fettzellen geschädigt werden. Ein Teil von ihnen soll absterben und abtransportiert werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Experten warnen davor, diese als schonend angepriesene Behandlung auf die leichte Schulter zu nehmen, da unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können. Taubheitsgefühl, Schwellungen, Empfindungsstörungen oder Schmerzen (so, wie wenn man nach langer Kälte wieder zurück ins Warme kommt) können nach Expertenmeinung auftreten. Diese könnten zum Teil auch länger anhalten, über Tage und Wochen.

Ungeeignet bei Hautproblemen und Herzschrittmacher

Ratsam sei es immer, im Einzelfall abzuwägen, ob die Kryolipolyse wirklich in Frage kommt. So sollte man bei Hautproblemen, Durchblutungsstörungen oder einem eingebauten Herzschrittmacher auf jeden Fall darauf verzichten. Grundsätzlich wird empfohlen, sich von einem Arzt beraten zu lassen. Zudem sollte vorab geprüft werden, ob der durchführende Arzt eine Haftpflichtversicherung hat. Von Kryolipolyse-Angeboten in Wellness-Einrichtungen ist eher abzuraten.

Nicht die Lösung aller Probleme

Die Kältebehandlung kann nur an den kleineren Problemzonen angewendet werden, nicht am ganzen Körper. Das kann in begrenztem Maße funktionieren - aber die Lösung aller Probleme ist das nicht. Risikolos ist diese Art der Fettentfernung nie, ebenso wie jeder andere Eingriff oder jede andere Behandlungsmethode auch.

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