Überfüllter Parkplatz auf einer Autobahn (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / JOKER)

Fehlende Lkw-Parkplätze auf Autobahnen Sicherheitsrisiken durch überfüllte Rastplätze

Der Mangel an Lkw-Stellplätzen auf Autobahnen ist nicht nur ärgerlich für die Fahrer, die ihre Ruhezeiten einhalten müssen. Zunehmend ergeben sich auch Sicherheitsprobleme für andere Verkehrsteilnehmer.

Davor warnt der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) und fordert schon seit Jahren mehr Stellplätze auf den Autobahnen. Der Bund habe bereits einiges getan, aber das reiche bei weitem nicht aus, sagt Verbandssprecher Martin Bulheller. Mit Blick auf eine Reihe von Unfällen im Zusammenhang mit überfüllten Autobahn-Parkplätzen spricht er von einem "Verkehrssicherheitsthema".

In Rheinland-Pfalz fehlen 1.500 Stellplätze

Neben kürzeren Pausen müssen Lkw-Fahrer nach neun bis zehn Stunden anhalten und eine mehrstündige Pause machen - das ist gesetzlich vorgeschrieben. Doch die Plätze dafür fehlen. So gibt es in Rheinland-Pfalz knapp 3.900 entlang der Autobahnen. Die reichen jedoch nicht aus, auch wenn in den vergangenen zehn Jahren 671 neue dazu gekommen sind. Landesweit fehlen noch mindestens 1.500 Stellplätze für Lastwagen, allein an der A3 etwa 400.

Dauer

Gefahren und Belästigungen

Deshalb stehen die Brummis an den Rastplätzen oft bis auf die Autobahn und bilden so eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Die A3 ist nach Angaben des Autobahnamtes Montabaur eine der am höchsten belasteten Autobahnen in Rheinland-Pfalz. "Wir haben eine hohe Parkplatznot, einen großen Parkplatzdruck aufgrund der Lenk- und Ruhezeiten, die einzuhalten sind", sagt ein Sprecher der Behörde. Dies wiederum führe zu gefährlichen Situationen, weil Fahrer aus der Not heraus an ungünstigen Stellen stünden.

Laut Verkehrsexperten wird es besonders gefährlich, wenn Ein- oder Ausfahrten von Rastplätzen zugestellt sind und davor geparkt wird. Problematisch seien aber vor allem Lastwagen auf Standstreifen.

Zahlreiche Fahrer stellen ihre Laster auch in Wohn- oder Gewerbegebieten ab. Dort gibt es jedoch keine Toiletten und keine Essensmöglichkeit. Anwohner beklagen oft zurückgelassenen Müll und Unrat. Zudem fühlen sie sich durch laufende Kühlaggregate oder Standheizungen gestört.

Dauer

Kein Ende abzusehen

Als Alternativen werden private Parkflächen in der Nähe von Autobahnen und Bundesstraßen angeboten. Diese kosten allerdings bis zu 20 Euro pro Nacht.

Künftig wird sich die Stellplatznot voraussichtlich noch verschärfen. Berechnungen gehen davon aus, dass der Güterverkehr auf der Straße in den kommenden Jahren um etwa 20 Prozent zunehmen wird.

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