Blick in eine Erstaufnahmestelle eines Flüchtlingsheimes. (Foto: SWR / imago/IPON - Montage: SWR)

Faktencheck Flüchtlinge Zahlen, Daten, Fakten für Rheinland-Pfalz

AUTOR/IN

Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber erreichte 2015 einen Höhepunkt. Mehr als 10.000 Menschen fanden damals in Rheinland-Pfalz eine Unterkunft in einer Ersteinrichtung. Doch die Zahlen haben sich seither geändert. Ein Überblick über Daten und Fakten.

Die höchste Belegung in den rheinland-pfälzischen Erstaufnahmeeinrichtungen wurde mit 13.352 Personen am 1. Dezember 2015 gezählt. Insgesamt kamen damals im November die meisten Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz an.

Im Folgejahr reduzierte sich die Belegung von durchschnittlich mehr als 10.500 auf rund 2.500 Menschen. Seither ist die Zahl der Asylbewerber, die sich in Erstaufnahmeeinrichtungen aufhalten, relativ konstant geblieben.

Die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Trier war bis Mitte 2015 die einzige Aufnahmeeinrichtung in Rheinland-Pfalz, in der aufgaben wie Registrierung, Antragstellung und medizinischer Untersuchung erledigt werden konnten. Wegen der steigenden Zugangszahlen wurde aber bereits im Jahr 2013 die AfA Ingelheim, zunächst als Außenstelle der AfA Trier, eröffnet.

Wiederholte Kapazitätsanpassung

Durch die Schaffung weiterer Aufnahmeeinrichtungen verfügte Rheinland-Pfalz Ende des Jahres 2015 bereits über rund 14.000 Erstaufnahmeplätze für Asylbegehrende sowie Pufferkapazitäten von 3.500 bis 7.000 Plätzen an insgesamt 26 Standorten im Land. Wegen der im Folgenden sinkenden Zugangszahlen wurden im Laufe des Jahres 2016 wieder 20 Einrichtungen geschlossen.

Fünf Aufnahmeeinrichtungen sind übrig

Nach der Entscheidung des Ministerrates vom Juni 2017 verfügt Rheinland-Pfalz aktuell noch über fünf Aufnahmeeinrichtungen an den Standorten Trier, Ingelheim, Kusel, Hermeskeil und Speyer mit insgesamt 3.180 Unterbringungsplätzen. Perspektivisch wird Speyer als Ersatz für den 2019 schließenden Standort Ingelheim zu einer zentralen Erstaufnahmeeinrichtung weiterentwickelt.

2017 war ein Drittel der Asylentscheide negativ

2015 war der vorläufige Höhepunkt der Flüchtlingswelle. Mit zeitlicher Verzögerung gab es entsprechend im folgenden Jahr die meisten Asylentscheidungen in Rheinland-Pfalz, fast 39.000. Auch im vergangenen Jahr wurde noch über fast 29.000 Asylanträge entschieden - davon wurde ein gutes Drittel abgelehnt.

Wie lange dauert ein Asylverfahren im Schnitt?

Die Verfahrensdauer war in den vergangenen Jahren stark schwankend. Den Angaben des BaMF zufolge wurden 2015 die Anträge am schnellsten in knapp fünf Monaten abgearbeitet.

20179,1
20166,5
20154,8
20147,7

Jahr Durchschnittliche Verfahrensdauer in Monaten Rheinland-Pfalz (Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)

Abschiebungen und Rückführungen

Die Zahl der Flüchtlinge, die Rheinland-Pfalz wieder verlassen haben, ist in den Jahren 2015 und 2016 stark angestiegen, im vergangenen Jahr wieder zurückgegangen. Das gilt sowohl für Rückführungen als auch für Abschiebungen. Die Grafik zeigt, dass die Zahl der Abschiebungen im Verhältnis zu den Rückführungen im vergangenen Jahr höher als in den Vorjahren war.

asda

AUTOR/IN
STAND