Die Macht der Künstler Dieter "Maschine" Birr im Interview

Musik soll unterhalten und Emotionen auslösen. Wer sich als Musiker politisch äußert, brauch Mut. Wir haben Dieter "Maschine" Birr gefragt, wie politisch Künstler sein sollten.

1969 gründen Dieter "Maschine" Birr, Peter "Eingehängt" Meyer, Dieter "Quaster" Hertrampf, Peter "Bimbo" Rasym und Klaus Scharfschwerdt die sogenannten Ur-Puhdys. Heute zählen sie zu den bekanntesten Rockbands der DDR.

Um damals spielen zu können, setzten sie auf deutsche Texte. Zensur und Beobachtung war für sie und alle anderen Künstler Alltag, denn Lieder wie die von Udo Lindenberg wurden in der DDR verboten. 2016 trennen sich die Puhdys nach 47 gemeinsamen Jahren. Schaut man zurück, findet man kaum politischen Ballast in ihren Texten. Wieso ist das so?

Dieter Birr (Foto: SWR, SWR -)
Den großen Durchbruch schaffte die Band 1973 mit der Musik zum DEFA-Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula". SWR -

"Die Frage ist, sieht man sich als Unterhalter oder will man politisch bekehren?", fragt Birr. "Es gibt einige Leute, die sagen, Musik gehört nicht in die Politik. Sie hat die Aufgabe, Menschen zu unterhalten", so der 74-Jährige. Die Entscheidung solle jedem Künstler überlassen sein. "Ich persönlich finde es gut, wenn man alle Themen macht", ergänzt der Frontmann.

Er wolle das Leben widerspiegeln und sehe sich nicht in einer Polit-Rockband, erklärt Birr. "Ich finde es gut, wenn man gesprochene Statements abgibt, es muss nicht unbedingt in die Musik." Birr erklärt, er habe nie vordergründige Musik gemacht. "In der DDR hatten wir die 'Schere im Kopf' und mussten aufpassen, was wir singen."

"Von uns wurden natürlich auch paar Lieder abgelehnt. Wir wussten von vornherein, du kannst nicht singen, 'die Mauer muss weg'." Aber auch nach der Wende blieben sie ihrer Linie treu. "Wir fingen nicht an, politische Lieder zu singen", so der Ex-Puhdys Sänger. "Das haben wir nie gemacht."

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