Raststaette (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Sprit, Verpflegung und Toilettengang Die teure Welt der Autobahnraststätten

An vielen deutschen Autobahnraststätten wird kräftig zur Kasse gebeten: Sprit ist ohnehin teuer, Getränke kosten fünfmal so viel wie im Supermarkt und auch der Toilettengang ist nicht geschenkt.

Ein Recht auf eine kostenlose Pinkelpause besteht zumindest in Rheinland-Pfalz nicht. Eine entsprechende Klage wies das Oberverwaltungsgericht Koblenz vergangenes Jahr ab. Betreiber wie "Sanifair" dürfen Geld für die Nutzung ihrer Toiletten verlangen. Schließlich gebe es auch kostenfreie Toiletten an der Autobahn, argumentierte das Gericht.

Dauer

Das Geschäft mit den "Pipibons"

Das Prinzip von "Sanifair" ist einfach: Gegen einen Festpreis erhält der Gast Zutritt zu den Toiletten und einen Wertbon zum Einlösen in der Raststätte. Gregor Kolbe vom Bundesverband Verbraucherzentrale sieht das kritisch. Dass die Benutzung der Rasthoftoilette etwas kostet, sei grundsätzlich vertretbar. Die Preise seien dabei jedoch nicht nur viel zu hoch, das System mit den Wertbons vermittle außerdem den Eindruck, einen Mehrwert zu erhalten.

Sanifair (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
"Sanifair" ist der am weitesten verbreitete Toilettenbetreiber auf deutschen Autobahnraststätten. Picture Alliance

Die Produkte aus dem Raststättenshop, für deren Kauf der Bon eingelöst werden kann, seien aber ebenfalls überteuert. Zum Tanken könne er meist überhaupt nicht verwendet werden, erklärt Kolbe. Etwa die Hälfte der Gutscheine lande daher im Müll und das Geld entsprechend in den Kassen von "Sanifair".

Hohe Preise durch Monopolstellung

"Tank & Rast" ist der Besitzer von nahezu allen deutschen Autobahnraststätten. Betreiber seien aber Pächter, die eine Gebühr an "Tank & Rast" bezahlt hätten, so Kolbe. Dasselbe gelte für Tankstellenbetreiber: Auch für sie werde eine hohe Abgabe an den Besitzer fällig. Damit sich die Raststätten und Tankstellen für die Betreiber rechneten, zahle der Kunde die Gebühren beim Kauf von Lebensmitteln, Toilettenbons oder Benzin mit.

Wer plant, ist im Vorteil

Um sich vor überhöhten Preisen an Raststätten zu schützen, empfiehlt Kolbe, längere Autofahrten mit vollem Tank und eigener Verpflegung anzutreten. Wird unterwegs trotzdem Sprit benötigt, helfen Spritspar-Apps, die den Weg zu günstigen Tankstellen abseits der Autobahn weisen.

Das sagen Rheinland-Pfälzer

Die Meinungen über die Preise auf Raststätten gehen bei den Kunden auseinander: "Das weiß man ja vorher, dass es dort teurer ist als in normalen Gaststätten.", so eine Rheinland-Pfälzerin in einer Raststätte bei Montabaur. Sie schmiert sich ihre Brote deshalb lieber selbst. Ein anderer Gast findet 70 Cent für einen Toilettengang zwar schon ein bisschen teuer, allerdings könne man die Wertbons ja auch wieder einlösen.

Dauer
STAND