Flieger (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Klimaneutrales Reisen Co2-Kompensation ist nur die zweitbeste Lösung

In Zeiten des Klimawandels reist das schlechte Gewissen ob des hohen Co2-Ausstoßes bei Flugreisen mit. Doch es gibt Möglichkeiten den entsprechenden Ausstoß zu kompensieren. Wir erklären Ihnen was das bedeutet und ob Sie mit einer Co2-Kompensation das Klima tatsächlich schützen.

Frankfurt – New York = 3 Tonnen Co2

Flugreisen produzieren extreme Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid. So kommen laut Atmosfair bei einem Flug von Frankfurt nach New Yor pro Kopf knapp drei Tonnen des Gases zusammen. Wie viel es letztlich genau ist, das hängt vom verwendeten Flugzeugtyp, der Flugstrecke und der Gesellschaft ab. Wer angesichts dieser Tatsache ein schlechtes Gewissen bekommt, der kann seinen Ausstoß kompensieren.

Das bedeutet CO2-Kompensation

Das bedeutet, dass entweder direkt bei der Buchung des Fluges bei der Fluggesellschaft eine entsprechende freiwillige Abgabe entrichtet werden kann, oder alternativ bei einem der vielen Co2-Kompensierer. Konkret bedeutet dass, das der Co2-Kompensierer, wie zum Beispiel Atmosfair, KlimaKollekte, PrimaKlima e.V. oder Climate Fair den von Ihnen gespendeten Betrag einem solchen Projekt zuführen.

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So funktioniert Co2-Kompensation

Der CO2-Kompensierer bietet auf seiner Internetseite die Möglichkeit an, den eigenen CO2-Verbrauch der Reise auszurechnen und den Klimaschaden mit einem entsprechenden Geldbetrag abzugelten. Für den Flug nach New York wären das zum Beispiel beim Anbieter atmosfair rund 84 Euro, ja nach Fluggesellschaft, verwendetem Flugzeugtyp und tatsächlich geflogener Flugroute. Dieser Betrag kann dann direkt an den Kompensierer gespendet werden, der wiederum das Geld dann in Projekte zum Schutz und zur Förderung des Klimas investiert.

Dabei unterstützen zum Beispiel atmosfair und Klima-Kollekte vor allem Projekte für regenerative Energien, während andere Anbieter wie der Primaklima e.V. das Geld an Vereine weitergeben, die sich für das Wiederaufforsten von Wäldern einsetzen.  Climate Fair unterstützt mit den Spenden regionale Bürgerfonds zu Finanzierung von Ökostromanlagen und Energiesparprojekten.

Kompensation nur zweitbeste Lösung

"Das Kompensationsgeschäft verhindert zwar den eigentlichen Ausstoß nicht, sorgt aber zumindest dafür, dass Projekte zur Förderung und zum Schutz des Klimas mit dieser Spende unterstützt werden", sagt SWR Wirtschaftsredakteurin Tamara Land. "Kompensation ist dabei aber nur die zweitbeste Lösung. Die beste Lösung für das Klima wäre es, wenn dieses Co2 erst gar nicht entstehen würde", so Land weiter.

Die Stiftung Warentest hatte bereits 2018 diverse Co2-Kompensierer unter die Lupe genommen. Dabei wurden drei von sechs Anbietern mit "sehr gut" bewertet.

Weltweit werden derzeit rund ein Prozent aller Flüge auf diese Weise kompensiert. Einen Überbick über verschiedene Co2-Rechner findet sich zum Beispiel auf der Webseite des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e.V..

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