Pollenallergiker (Foto: dpa/ picture- alliance.de - CHROMORANGE / Christian Bodlaj)

Birkenpollen haben Hochsaison Warum Regen und Gewitter Allergiker belasten

Die Birkenpollen fliegen, der Regen kommt - und alles ist gut für die Pollenallergiker. Das gilt leider nicht unbedingt. Ganz besonders müssen Allergiker bei Gewitterluft aufpassen.

Es ist nur eine Halbwahrheit, dass für Pollen-Allergiker mit dem Regen alles gut wird, erklärt SWR-Wissenschaftsredakteur Martin Thiel. Zunächst drückt Regen die schwebenden Pollen regelrecht nach unten. Die Belastung steigt damit an. Dann kommt es vor allem darauf an, wie viel Wasser vom Himmel herunterkommt.

Ein kräftiger Dauerregen kann die Luft von den Pollen reinwaschen. Ein leichter Regen bringt dagegen laut Thiel nicht viel, denn der trocknet viel zu schnell ab, so dass die Pollen direkt wieder weiterfliegen.

Allergologen warnen vor Gewitterasthma

Ist der Regen mit einem Gewitter gepaart, wird es für Allergiker zusätzlich problematisch. "Allergologen sprechen vom Phänomen des Gewitterasthmas", erklärt Thiel. Und das passiert, wenn es im Frühjahr oder Sommer am Himmel kracht:

Vor einem Gewitter erhöht sich im Sommer die Gräserpollenkonzentration, das gilt auch für die derzeit aktiven Birkenpollen. "Es ist nur ein Teil der Wahrheit, dass ein Großteil dieser Pollen dann durch den Regen aus der Luft gespült wird", so Thiel.

Birkenpollen quälen derzeit in Rheinland-Pfalz viele Menschen, Regen verschafft nicht unbedingt Erleichterung (Foto: dpa Bildfunk -)
Birkenpollen haben in Rheinland-Pfalz derzeit Hochsaison dpa Bildfunk -

Der Regen und die dadurch höhere Luftfeuchtigkeit bringen einen Teil der Pollen zum Platzen. Dadurch werden laut Thiel freie Allergene in die Luft befördert. "Das Problem dabei ist die Winzigkeit dieser freien Allergene." Gräserpollen seien groß genug, um von der Nase gefiltert zu werden. Die freien Allergene aus den Pollen seien hingegen so klein, dass sie ungefiltert direkt in die Lunge gelangen können. Sie können starkes Asthma und akute Atemnot auslösen.

Allergologen raten laut Thiel Asthmatikern deshalb, bei Gewitter zuhause zu bleiben und die Fenster zu schließen. Etwa ein Stunde nach dem Gewitterregen können dann aber auch sie die frische Luft genießen.

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