Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Menschen (Foto: dpa Bildfunk, SWR, Patrick Pleul)

Attacken von Insekten Bin ich gestochen oder gebissen worden?

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Jeder kennt das - es schmerzt, schwillt an, wird rot und juckt: Mich hat was gestochen! Oder bin ich von einem Insekt gebissen worden?

Grundsätzlich kann man beim Angriff von Insekten zwischen Stichen und Bissen unterscheiden. Bienen, Wespen und Hornissen haben einen Stachel, mit dem sie sich zur Wehr setzen und zustechen. Diese Stiche schmerzen, schwellen an und jucken später. Das ist allerdings abhängig von der Einstichstelle und der Menge des injizierten Giftes.

Der Stachel einer Biene bleibt in der Haut stecken, was den Tod der Biene bedeutet. Wespen und Hornissen können ihren Stachel zurückziehen.

Dauer

Andere Insekten wie Kriebelmücken, Flöhe oder Grasmilben beißen ihre Opfer. Das hat auch nichts mit Verteidigung wie bei der Biene zu tun. Vielmehr geht es um die Nahrungsaufnahme, ums Blutsaugen. Das machen auch Stechmücken, Wanzen und Bremsen - mit einer Art Saugrüssel, den sie in die Haut stechen.

Wie erkennt man, was gestochen hat?

Ein erster Hinweis auf die Art der Attacke ist der Schmerz: Stiche mit einem Stachel, beispielsweise von einer Biene oder Hornisse, sind schmerzhafter als Bisse von Wanzen und Mücken. Vor allem der Hornissenstich kann sehr weh tun. Zudem kommt es bei Stichen zu teilweise heftigen Schwellungen. Der Biss der Mücke dagegen tut längst nicht so weh, aber er juckt - und das unter Umständen tagelang.

Beim Mückenstich bilden sich kleine Quaddeln um die Einstichstelle, bei der Bremse können es sogar Blutergüsse sein und bei der Stechmücke sind Nachblutungen möglich. Flöhe und Wanzen hinterlassen mehrere nah beieinander liegende kleine gerötete Hautverletzungen, gern in Kniekehlen, Armbeugen oder am Bauch.

Ob es nun ein Stich mit Schwellung ist (wie bei der Biene) oder viele kleine gerötete Stellen (wie bei der Wanze): Die Anzahl, der Schmerz und die Schwellung des Stichs oder Bisses gibt Hinweise auf das Insekt, das einen heimgesucht hat.

Eine Frau kratzt ihr mit Mueckenstichen übersähtes Bein (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst / Andrea Warnecke)
Kratzen verschafft bei Mückenstichen vordergründige Erleichterung picture alliance / dpa Themendienst / Andrea Warnecke

Was kann man vorbeugend tun?

Die Palette reicht von Insektenschutzmitteln, die auf die Haut aufgetragen werden, über Fliegengitter am heimischen Fenster bis hin zu einem Moskitonetz über dem Bett. Mücken werden übrigens nicht vom Licht angezogen, sondern vom ausgeatmeten Kohlendioxid, das sie bis zu 30 Meter weit wahrnehmen. Und sie sind wählerisch: Der Geruch spielt bei der Opferauswahl eine wichtige Rolle. Das erklärt auch, warum manche Menschen häufiger gestochen werden als andere.

Daraus lässt sich ein weiterer Schutz ableiten. Statistisch gesehen hat man höhere Chancen von Stichen verschont zu bleiben, wenn man sich neben einem möglichst großen und schwitzenden Menschen aufhält. Moralisch einwandfrei ist das natürlich nicht!

Was tun, wenn man gestochen wurde?

Die erste Reaktion bei Stichen und Bissen ist natürlich immer Kühlung. Sie verschafft Linderung. Auch Salben und Gels können kühlen und helfen. Oft ist aber Hitze die bessere Wahl.

Es gibt sogenannte Hitzesticks, an deren Spitze eine kleine keramische Kontaktfläche auf um die 50 Grad erhitzt wird. Wenn man diese Fläche auf den Stich drückt, werden aufgrund der konzentrierten Wärme die Eiweißverbindungen des Mückenspeichels zerstört, der während des Stichvorgangs von der Mücke injiziert wurde. Dadurch werden die Schwellung und der Juckreiz gelindert. Auf der Haut wird es zwar kurz heiß, dafür ist es aber mit den negativen Folgen des Stichs auch gleich vorbei. Theoretisch geht das auch mit einer erhitzten Münze, ist aber nicht so zielgenau und die Temperatur ist nicht kontrollierbar. Deshalb besteht Verbrennungsgefahr.

Besondere Vorsicht ist bei allergischen Reaktionen geboten! Dafür gibt es Medikamente, aber mit denen sollte man vertraut sein. Schwillt ein Biss oder Stich schnell und stark an, treten Schmerzen auf und vielleicht sogar Atembeschwerden. sollte man schnell einen Arzt aufsuchen.

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