Homeoffice (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)

Arbeiten von zu Hause Wie viele Unternehmen erlauben Homeoffice?

Im Schlafanzug vorm Rechner, keine Pendelei zum Arbeitsplatz und weniger teure Büroflächen. Homeoffice hat Vorteile, findet auch die Politik: Das Arbeitsministerium plant ein gesetzliches Recht auf Heimarbeit. In vielen Unternehmen ist sie bereits möglich.

Das Bundesarbeitsministerium will ein gesetzlich verankertes Recht auf Heimarbeit schaffen. Einem aktuellen Bericht des "Spiegel" zufolge plant der Staatssekretär des Arbeitsministeriums, Björn Böhning, einen entsprechenden Vorstoß. Demnach müssen Unternehmen Heimarbeit entweder erlauben oder aber begründen, warum diese bei ihnen nicht möglich ist. In Deutschland würden nur zwölf Prozent der Beschäftigten wenigstens gelegentlich zu Hause arbeiten.

Homeoffice in immer mehr Unternehmen möglich

Laut einer repräsentativen Umfrage den Branchenverbands Bitkom wäre dies allerdings viel häufiger möglich. Von 855 befragten Geschäftsführern und Personalverantwortlichen ermöglichen 39 Prozent ihren Mitarbeitern, zu Hause zu arbeiten. 2016 habe knapp jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) Homeoffice erlaubt, 2014 jedes fünfte (20 Prozent). Laut Bitkom erwarten viele Firmen, dass sich dieser Trend fortsetzt: 46 Prozent der Unternehmen gehen demnach davon aus, dass der Anteil ihrer Mitarbeiter im Homeoffice in den kommenden fünf Jahren steigen wird, 50 Prozent erwarten zumindest einen konstant bleibenden Anteil.

Klare Regeln fürs Homeoffice

Bei den meisten Arbeitgebern ist Homeoffice laut Umfrage genau geregelt. Drei von vier Unternehmen (74 Prozent), deren Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, hätten bestimmte Tage festgelegt, an denen kein Homeoffice erlaubt sei, damit alle Mitarbeiter für gemeinsame Termine zur Verfügung stünden. Bei 61 Prozent sei die Anwesenheit im Büro die Regel und Homeoffice eher die Ausnahme. In knapp jedem zweiten Unternehmen (46 Prozent) müsse Homeoffice jeweils im Einzelfall vom Vorgesetzten genehmigt werden.

Gründe gegen Homeoffice

Laut Bitkom gibt es verschieden Gründe, warum sich Unternehmen gegen Homeoffice entscheiden. Der direkte Austausch mit Kollegen und die Produktivität sinke. Außerdem könne die Arbeitszeit nicht kontrolliert werden. Weitere Gründe seien Sorgen um die Datensicherheit, eine zu teure technische Ausstattung und die Furcht um eine abnehmende Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber. Für jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) sprechen die gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsschutz gegen Homeoffice.

Diese Firmen müssen umdenken, falls das geplante Homeoffice-Gesetz kommt. Gefordert wird es unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Ob ein Mitarbeiter von Zuhause arbeitet, müsse "in jedem Fall eine freie Entscheidung bleiben", sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach - auch wenn Arbeitnehmer nicht zu Hause arbeiten wollen.

STAND