Das Album-Cover von Alphaville "Forever young" (Foto: Warner)

1984 - SWR1 Meilensteine Alphaville - "Forever young"

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Manchmal muss man einfach Glück haben: Sänger Marian Gold wohnt Anfang der 80er im westfälischen Münster in einem Künstler-Kollektiv und träumt von einer Karriere als Popmusiker.

Träume von (West-) Berlin

Er hat Fernweh nach West-Berlin, denn da hatte er Ende der 70er gelebt – zwischen Hausbesetzern, Punks und Junkie-Szene. So schrieb er den Text von "Big in Japan", eine Liebesgeschichte im Drogenmilieu am Bahnhof Zoo. Die Figuren im Song träumen davon, ihrem Schicksal zu entkommen – mit Japan das hat Stück also im Grund gar nichts zu tun.

Dauer

Big in Japan

Marian Gold und Mitmusiker Frank Mertens gehen mit Demos aus dem Heimstudio bei Musikverlagen hausieren und landen einen Plattenvertrag. "Big in Japan" wird als Single produziert und wird aus dem Stand Nummer Eins in Deutschland. Der Synthi-Sound trifft im Januar 1984 genau den Geschmack der Zeit: "Es war einfach ein unfassbares Glück", sagt Marian Gold viele Jahre später. Dabei war die Entscheidung, auf elektronischen Sound zu setzen, ganz simpel:

Wir konnten keine richtigen Instrumente spielen.

Marian Gold

Mit dem Erfolg der ersten Single im Rücken nehmen Alphaville ihr Debüt-Album "Forever Young" auf – "Forever Young", so hatte sich die Gruppe ursprünglich mal genannt. Der Titelsong wird in vielen Ländern – sogar in den USA ein Hit, denn viele halten die Band für Briten. Das universelle Thema von Vergänglichkeit, der Traum von ewiger Jugend vor dem Hintergrund des Kalten Krieges spielt sich in die Herzen der Fans weltweit. 35 Jahre nach Erscheinen ist insbesondere der Song selbst ins kollektive Pop-Gedächtnis der Welt aufgenommen und wurde häufig gecovert, von Schlagersänger Karel Gott (zusammen mit Rapper Bushido), bis zu Superstar Beyoncé.

Das Alphaville-Album "Forever Young" bleibt in der Musikgeschichte eines der erfolgreichsten Platten aus deutscher Produktion und kam dieses Jahr zur Wiederveröffentlichung auch erneut in die Charts. 

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