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Das Weihnachtsfest kann ganz unterschiedliche Gesichter haben. Für die einen ist es eine große Freude, weil sie sich mit der Familie und Freunden treffen, mit denen sie schöne gemeinsame Stunden verbringen. Für die anderen ist es ein Graus, da an diesem Fest sie ihre Einsamkeit besonders deutlich spüren.

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SWR1

In vielen Familien ist es Tradition, dass sie an Weihnachten gemeinsam spielen. Der Berliner Spielewissenschaftler Professor Jens Junge spricht sogar von einem „Fest der Spiele“. Denn Spielen schafft ein Gemeinsamkeitsgefühl und stiftet zu guten Gesprächen an, über die man Abstand zum Alltag bekommt. 

Sich durch Spielen besser kennen lernen 

Auch im Zeitalter der Computerspiele sind analoge Spiele aus der Schachtel nach wie vor beliebt. Ein gutes Spiel lockt die Teilnehmer aus der Reserve, dass sie Emotionen zeigen, sagt der Spielewissenschaftler. Die Spieler lernen neue Seiten voneinander kennen. 

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SWR1

Gemeinsam Probleme lösen

Wichtig ist für Junge, dass Spiele Freude machen und Unterhaltung fördern. So sind in den vergangenen Jahren sogenannte „kooperative Spiele“ auf dem Vormarsch, bei denen nicht Einzelpersonen gegeneinander antreten, sondern Gruppen. Dadurch wird das Miteinander gefördert, denn knifflige Probleme müssen gemeinsam gelöst werden. 

Viele Gesprächsanfragen an Gefängnisseelsorge

Weihnachten feiern die meisten Menschen zusammen mit ihrer Familie oder mit Freunden. Wer diese Möglichkeit nicht hat, für den kann diese Zeit unerträglich lang und schwer werden, sagt der evangelische Seelsorger Jörg Brauer. Er arbeitet in der  JVA Rohrbach. In der Weihnachtszeit bekommt er besonders viele Gesprächsanfragen. 

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SWR1

Häftlinge mit „Weihnachtstrauma“

Normalerweise sind die Häftlinge zu Arbeitsdiensten eingeteilt. Doch während der Feiertage fällt das weg und sie verbringen die meiste Zeit in ihren Zellen. Im Fernsehen sehen sie fröhliche Familien und gut gelaunte Menschen. Vor allem für die Menschen, die zum ersten Mail Weihnachten in Haft sitzen, ist es besonders hart. Er spricht auch von einem Weihnachtstrauma, das viele nach den Feiertagen haben. 

Aktion gegen Einsamkeit an Weihnachten

Aber auch an Weihnachten mutterseelenallein zu Hause auf dem Sofa zu sitzen, kann sehr trostlos sein. Christian Fein aus Worms hat deshalb vor drei Jahren die bundesweite Initiative „Keiner bleibt allein“ gegründet. Sie vermittelt über die Plattformen Twitter und Facebook Menschen an Gastgeber, die ansonsten keinen Kontakt haben. 

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SWR1

Schon um die 4000 Vermittlungen

Die Idee dazu hatte Christian Fein als er selbst nach einer Trennung in einer Einsamkeits situation war. Dieses Weihnachtsfest hatte er schon 4000 Vermittlungen. Es sind nicht nur ältere Menschen, die sich melden, sondern auch viele jüngere. hauptsächlich im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Ein positiver Nebeneffekt der Aktion sei, sagt er, dass sich einige der vermittelten Menschen, durch diese Erfahrung wieder getraut haben, Kontakt zu anderen aufzunehmen und neue Freundschaften schließen konnten. 

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SWR Fernsehen RP
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