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In immer mehr Bereichen werden Maschinen mit Künstlicher Intelligenz eingesetzt, sei es beim autonomen Fahren oder beim Militär. Wie gefährlich ist es, wenn dort eine Maschine eine moralische Entscheidung treffen muss?

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Ob in der Medizin, bei der Verkehrslenkung, bei Smart Speakern oder bei der Videoüberwachung - immer öfter werden Maschinen eingesetzt, die zum Teil auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren. Während "normale" Maschinen das ausführen, was man ihnen einprogrammiert hat, soll die KI einen Schritt weitergehen: Hier lernt die Maschine, selbst zu lernen, um irgendwann immer mehr Tätigkeiten selbständig ausführen zu können.

"Maschinen treffen schon moralische Entscheidungen"

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Der Tübinger Technik- und Medienethiker Thilo Hagendorff vom Exzellenzcluster für Maschinelles Lernen an der Uni Tübingen warnt vor zunehmenden Risiken durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Technologie sei zwar an sich nicht gefährlich, sagt er in SWR1 Sonntagmorgen. Aber es gebe einzelne Anwendungsbereiche, die Risiken aufweisen würden, so Hagendorff - denn dort treffen Maschinen schon jetzt Entscheidungen.

Welches Produkt schlägt der Algorithmus vor?

So handele ein Empfehlungsalgorithmus für Produkte moralisch - je nachdem, ob er dem Nutzer zum Beispiel ein nachhaltiges oder nicht so umweltfreundliches Produkt vorschlägt. Ein weiteres Beispiel ist das selbstfahrende Auto. Nach welchen Kriterien soll der Roboter, falls es zum Unfall kommt, entscheiden, welche Personen bei diesem Unfall eventuell zu Schaden kommen? Sollten sie es überhaupt? Entscheidend, so Hagendorff, sei bei KI grundsätzlich die Auswahl der Daten, mit denen die Systeme trainiert werden.

Kuenstliche Intellilgenz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Arne Dedert)
picture alliance/dpa | Arne Dedert

Hagendorff warnt davor, dass die Fragen der Regulierung der KI in den meisten Bereichen noch nicht ausreichend geklärt seien. Er verweist aber auch darauf, dass die KI wie kaum eine andere Technologie von ethischen, sozialwissenschaftlichen, philosophischen und juristischen Überlegungen begleitet wird.

"Es wird unendlich viel Aufwand betrieben, dass man diesem Ziel, der sogenannten vertrauenswürdigen künstlichen Intelligenz, näher kommt. Das ist durchaus etwas, was einen optimistisch stimmen kann."

Der Standpunkt in SWR1 Sonntagmorgen

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Moderatorin Silke Arning (Foto: SWR)

Moderatorin am Sonntagmorgen Silke Arning

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