Demenzkranke (Foto: SWR)

Welt-Alzheimertag: Frühzeitige Diagnose ist wichtig

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Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland haben Demenz, und die Zahl steigt. Zugewanderte Menschen, die Deutsch erst später gelernt haben, brauchen besondere Angebote, weil sie die deutsche Sprache wieder vergessen.

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Geistig und körperlich fit bis ins hohe Alter, das würden wir uns alle wünschen. Die Realität ist oft eine andere. Jährlich erkranken rund 300.000 Menschen neu an Demenz - ungefähr 60 Prozent von ihnen haben eine Demenz vom Typ Alzheimer. Zahlen, die aufgrund der demografischen Veränderungen steigen werden.

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Früherkennung wichtig

"Eine frühzeitige Diagnose bringt Klarheit und Klarheit hat diesen großen Vorteil, dass ich planen kann", erklärt Daniel Ruprecht von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. So hat man noch Zeit eine Vorsorgevollmacht, eine Patientenverfügung und ein Testament aufsetzen. Auch in gesundheitlich-pflegerischer Hinsicht könne man dann noch rechtzeitig Weichen stellen. Die Früherkennung biete außerdem auch die große Chance, möglicherweise behebbare Ursachen für eine Demenz anzugehen, für die es verschiedene Ursachen geben kann.

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Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

Eine Demenz-Erkrankung ist für die Menschen und ihre Angehörigen eine schwierige Situation. In besonderer Weise sind Menschen betroffen, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist. Sie vergessen mit Beginn der Demenz die deutsche Sprache, die sie erst später in ihrem Leben gelernt hatten. Der EU-Atlas Demenz und Migration geht von ungefähr 137.000 Menschen mit Demenz und Migrationserfahrung in Deutschland aus.

Muttersprachliche Unterstützung

In solchen Fällen ist es sehr hilfreich, wenn Informationen und Unterstützung auch in der Muttersprache zur Verfügung stehen, sagt Daniel Ruprecht von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Mit dem Fortschreiten der Krankheit rücke Sprache dann aber in den Hintergrund - sowohl bei den Menschen mit Migrationserfahrung als auch ohne. Es komme dann eher darauf an, "wie gehe ich allgemein auf die Person zu, wie zugewandt, wie freundlich, wie geduldig bin ich ihr gegenüber?"

Gerade beim Fortschreiten der Krankheit sei es sehr wichtig, auf den biografisch-kulturellen Hintergrund der Menschen zu schauen, betont Ruprecht. "Was für Gesten, was für besondere kulturelle Hintergründe, was für Bilder, Musik, Essen, Feste spielen eine Rolle. Und wie kann ich die im Alltag, in der Betreuung gut einbauen, damit die Personen mehr das Gefühl haben, ein Stück weit sicher zu sein, ja angenommen zu sein."

Der Standpunkt von Jim-Bob Nickschas

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