Indigene Völker - Eröffnungsversammlung (Foto: Albin Hillert/ÖRK)

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Kirchen aus aller Welt treffen sich in Karlsruhe

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Klimagerechtigkeit und der Ukrainekrieg sind zwei herausragende Themen auf der Vollversammlung des Weltkirchenrates der Kirchen (ÖRK/WCC) in Karlsruhe.

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Noch bis zum 8. September beten und diskutieren hier 4000 Delegierte und Berater aus aller Welt. Rund 350 überwiegend Orthodoxe und evangelische Kirchen sind Mitglied, die katholische Kirche hat Gaststatus.

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Versöhnung, Krieg und Frieden, Gerechtigkeit

Das Motto lautet: "Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt". Doch in einigen Fragen liegen die Positionen der Mitgliedskirchen weit auseinander. Angesichts des Krieges in der Ukraine stand im Vorfeld sogar die Frage im Raum, ob die russisch-orthodoxe Kirche – mitgliedsstärkste Kirche des Rates – ausgeschlossen werden sollte. Man habe sich bewusst dagegen entschieden, sagte der Generalsekretär Ioan Sauca, denn der Dialog sei wichtig, gerade wenn man unterschiedlicher Meinung sei.

Direkte Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Teilnehmenden?

Der Erzbischof Jewstratij von Tschernihiw und Nischynvon sprach für die orthodoxe Kirche der Ukraine, die sich 2018 von Moskau abgespalten hat. Er schilderte in drastischen Worten die Grauen des Krieges und appellierte an alle Mitgliedskirchen des Weltkirchenrates bei der Versorgung von Flüchtlingen und dem Wiederaufbau zu helfen. Am Verhalten der russisch-orthodoxen Kirche übte der Erzbischof scharfe Kritik: Niemand dürfe Waffen segnen und Kriegsverbrechen rechtfertigen. Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche saßen zwar im Publikum, diskutierten aber nicht mit.

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Indigene trifft die Klimakrise zuerst

Der Schutz des Klimas und die Bewahrung der Schöpfung sind ein zentrales Anliegen der Vollversammlung. Insbesondere die Teilnehmenden aus indigenen Gruppen wiesen auf die Dringlichkeit des Themas hin. Eine junge Frau aus Nordschweden bedankte sich dafür, dass indigene Gruppen in Karlsruhe Gehör finden.

„Wir sehen das Eis schmelzen, unsere Meeresspiegel steigen und die Wälder werden trocken und sehen aus wie Wüsten“

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Auch die jungen Teilnehmenden erhoben ihre Stimmen und demonstrierten für mehr Klimaschutz. Schließlich seien sie es, die eines Tages in dieser Welt alt werden müssten

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Ökumenestadt Karlsruhe

Für die Stadt Karlsruhe ist die Versammlung des Weltkirchenrates eine Gelegenheit, ihre Gastfreundschaft zu zeigen. Fahnen und Plakate weisen auf das Treffen hin. Die Geistlichen aus aller Welt bedankten sich für den "warmen Empfang".

Vielfalt der religiösen Kopfbedeckungen beim Weltkirchenrat (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Vielfalt der religiösen Kopfbedeckungen beim Weltkirchenrat Picture Alliance

Das Kongresszentrum, in dem das Treffen stattfindet, liegt mitten in der Stadt. Für die Bürgerinnen und Bürger haben die badische Landeskirche und der Weltkirchenrat ein Begleitprogramm mit Gottesdiensten, Konzerten und Ausstellungen organisiert.

Der Standpunkt von Tim Aßmann

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Moderator Hans Michael Ehl (Foto: SWR)

Moderator am Sonntagmorgen Hans Michael Ehl

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