Gruppenfoto ÖRK2013 (Foto: Joanna Lindén-Montes/WCC)

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Weltkirchenrat tagt erstmals in Deutschland

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Klimagerechtigkeit und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sind zwei Themen bei der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe. Vom 31. August bis 8. September werden mehr als 4000 Teilnehmende aus 120 Ländern erwartet.

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Das alle acht Jahre stattfindende Kirchentreffen steht unter dem Motto "Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt". Die badische Landesbischöfin Heike Springhart sieht bei dem Treffen in Karlsruhe die ganze Welt wie in einem Brennpunkt versammelt. Sie freue sich darauf, sagt sie, dass die Menschen alle miteinander feiern und auch um die harten Fragen ringen und diskutieren.

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Versöhnung, Krieg und Frieden, Gerechtigkeit

Springhart nennt als zentrale Themen des Treffens: Versöhnung, Krieg und Frieden und die Frage von Gerechtigkeit. Entscheidend sei auch, dass die Kirchen des globalen Nordens und des globalen Südens voneinander lernten und voneinander hörten, was sie jeweils beschäftigt. "Das ist oft sehr herausfordernd, weil die gesellschaftlichen Diskussionen in unseren unterschiedlichen Weltgegenden sehr unterschiedlich laufen", sagt Springhart.

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine

An dem Ökumene-Gipfel will auch eine Delegation der russisch-orthodoxen Kirche und eine Delegation aus der Ukraine teilnehmen. Die russisch-orthodoxe Kirche mit mehr als 160 Millionen Mitgliedern ist seit 1961 ÖRK-Mitglied. Forderungen nach ihrem Ausschluss, weil sie den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterstützt, wurden bislang abgelehnt. Man setze auf Dialog, so der Ökumenische Rat der Kirchen.

Nach Ansicht der Landesbischöfin müssen die Äußerungen des Moskauer Patriarchen Kyrill klar verurteilt werden. "Es geht nicht, Krieg religiös zu befeuern oder gar zu stützen, was er ja tut." Auch dafür sei die Versammlung in Karlsruhe da.

"Unter christlichen Geschwistern kann man noch mal viel härter streiten und sagen: Das geht vom Kern unseres Christseins nicht, dass wir kriegstreiberisch agieren und agitieren."

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Problemfeld Antisemitismus

Ein zweites wichtiges Thema ist der Umgang mit dem Staat Israel. Problematisch ist hier, dass einige Mitgliedskirchen des ÖRK zum Boykott von israelischen Produkten aufrufen und das Land als "Apartheitsstaat" bezeichnen. Dies lehnt die Evangelische Kirche in Deutschland geschlossen ab. Landesbischöfin Springhart sagt grundsätzlich: "Für mich persönlich, für uns als badische Landeskirche und auch für die EKD insgesamt ist völlig klar, dass wir an der Seite unserer jüdischen Glaubensgeschwister stehen. Dass wir alles dafür tun wollen und müssen, dass in unsere deutsche Diskussion keine antisemitischen Töne kommen."

Großes spirituelles und kulturelles Angebot

In den aktuellen globalen Krisen soll der Christen-Gipfel auch neue Impulse für den christlichen Glauben vermitteln. Neben den zahlreichen Diskussionsforen gibt es auch ein großes spirituelles Angebot von Gottesdiensten und Andachten, Bibelarbeiten und Gebeten. Die Stadt Karlsruhe und die Evangelische Landeskirche in Baden haben als Gastgeber zudem ein reichhaltiges Kulturprogramm vorbereitet.

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Sonderbriefmarke

Die Vollversammlung findet auf Einladung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der Union der Protestantischen Kirchen von Elsass und Lothringen und der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz statt. Zu dem Treffen ist eine Sonderbriefmarke erschienen.

Sonderbriefmarke ÖRK (Foto: Bundesfinanzministerium , Luzia Hein, Hamburg)
Bundesfinanzministerium , Luzia Hein, Hamburg

Der Standpunkt von Oliver Neuroth

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Nela Fichtner, SWR Redaktion Religion, Migration und Gesellschaft (Foto: SWR, SWR/Alexander Kluge - SWR/Alexander Kluge)

Moderatorin am Sonntagmorgen Nela Fichtner

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