Emoji-Luftballons am Himmel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

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Welt-Emoji-Tag: Die universelle Sprache der Bildchen

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Der eine küsst, die andere winkt und einer hat eine Maske auf - Emojis sind aus unseren Chats, SMS und Emails nicht mehr wegzudenken. Sie haben sogar einen eigenen Feiertag: den Welt-Emoji-Tag am 17. Juli.

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Verglichen mit dem Weltfrauentag oder dem Weltflüchtlingstag, die auf globale Probleme aufmerksam machen, wirkt der Welt-Emoji-Tag etwas profan. Braucht es diesen Feiertag für Bildzeichen? Warum denn nicht, sagt Christine Möhrs, die am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim arbeitet.

Emoji-Nutzung so hoch wie noch nie

Emojis seien ein prägender Bestandteil unserer Kommunikation geworden, so die Sprachwissenschaftlerin. Es gibt rund 3.000 verschiedene Smileys, Tiere, Obst- oder Gemüse-Symbole. Noch nie seien Emojis weltweit so viel genutzt worden wie jetzt. "Und dann ist es das wert, so einer wichtigen Kommunikationsart auch so einen Tag einzuräumen", so Möhrs.

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Ursprünglich kommen Emojis aus Japan. Ende der Neunziger Jahre sind die ersten kleinen Bildchen vorgestellt worden. Heute ist das sogenannte Unicode-Konsortium verantwortlich für neue Emojis. In dem Gremium haben sich Microsoft, Apple und Co. zusammengeschlossen.

Emojis als Spiegel der Gesellschaft

In der Auswahl des Konsortiums von neuen Emojis kann sich nach Auffassung von Christine Möhrs die Diversität in der Gesellschaft widerspiegeln. Als Beispiel nannte die Sprachwissenschaftlerin die verschiedenen Hautfarben, die Smileys oder Handzeichen mittlerweile geben kann.

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Diese Auswahl unterschiedlicher Hautfarben habe es nicht von Anfang an gegeben. Die Bildsprache habe hier auf Veränderungen in der Gesellschaft reagiert. Zudem seien Emojis sehr gut geeignet, um Brücken zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturen zu schlagen.

"Das ist im Grunde eine sehr schöne, universelle Sprache, fast wie die Musik, mit der wir uns verständigen können."

Neue und angepasste Emojis durch Corona

Wie sich Veränderungen in der Gesellschaft auf Emojis auswirken können, habe auch die Corona-Pandemie gezeigt, erklärt Sprachwissenschaftlerin Möhrs. Zum einen gibt es seitdem neue Piktogramme wie den Smiley, der ein Herz umarmt, auf Facebook. Ein Anti-Einsamkeits-Symbol „als Zeichen dafür, dass wir trotzdem aneinander denken, auch wenn wir uns trennen müssen“.

Emojis aus Keksteig (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Emoji-Kekse mit Coronaschutzmasken Picture Alliance

Auf der anderen Seite gibt es Emojis, die sich in der Pandemie angepasst haben. Ein Beispiel dafür ist das Spritzensymbol. Das gab es schon vor Corona, damals war es rötlich gefärbt und sollte für Blutabnahme stehen. Mittlerweile ist der Inhalt des Spritzensymbols hell gefärbt und steht für die Impfung. Auch den maskentragenden Emoji gab es schon früher, seit Corona wird er aber viel häufiger genutzt.

Der Standpunkt in SWR1 Sonntagmorgen zur Hitzewelle von Mark Kleber

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