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Blumen, Pralinen, Sekt - das gibt es in diesem Jahr nur daheim. So richtig zum Draußensein lädt der Valentinstag mit seinen frostigen Temperaturen zwar nie ein, doch nun sind auch Restaurants und Kinos geschlossen. Aber ist Paaren angesichts der Pandemie überhaupt zum Feiern zumute?

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Paartherapeutin Ursula Nuber aus Ladenburg sieht zwei Tendenzen, wie es Paaren in der Corona-Krise geht: Wer vorher eine gute Beziehung geführt hat, profitiert von der vielen gemeinsamen Zeit im Lockdown, während eine problematische Beziehung sich eher verschlechtert.

"Corona ist wie ein Brennglas, die Dinge kommen jetzt sehr sichtbar an den Tag."

Paartherapeutin Ursula Nuber

Manche Paare stellen fest, dass die Risse, die schon länger in ihrer Beziehung sind und vorher unter den Teppich gekehrt wurden, nun plötzlich sichtbar werden. Ein Beispiel sei die Rollenteilung. Viele Frauen berichten der Paartherapeutin, dass sie sich verantwortlicher fühlen für Hausarbeiten oder Kinderbetreuung, während der Mann im Arbeitszimmer verschwindet.

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Besserer Sex dank Corona?

Andere Paare sind im Lockdown näher zusammengerückt, berichtet Ursula Nuber. Sie haben erkannt, wie viel Zeit sie plötzlich füreinander haben, für Gespräche oder gemeinsame Spaziergänge, wenn der Alltagsstress wegfällt. Gerade Frauen verspürten durch die neu entstandene Nähe oftmals mehr Lust auf Sex.

Diese Tendenz zeigt auch eine aktuelle, noch unveröffentlichte Studie des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf. Die Hälfte der Befragten erlebt demnach keine Veränderung in der partnerschaftlichen Sexualität. Für die anderen hat sich der Sex überwiegend positiv verändert.

Tipps für mehr Verliebtheit

Paaren, bei denen es weniger gut läuft, rät Paartherapeutin Nuber, die Krise als Chance zu sehen: Mehr hinzuschauen, wo die Verletzungen der letzten Jahre liegen und zu überlegen, wie sich die Zweisamkeit besser gestalten lässt. Zum Beispiel bei einem Spaziergang ohne die Kinder.

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Mehr Zeit füreinander

Einen weiteren Vorschlag hat Kelsang Lochog vom buddhistischen Menlha-Meditationszentrum in Karlsruhe. Sie rät, jeden Tag zu einem Valentinstag zu machen. Statt Blumen könne man dem Partner oder der Partnerin Wertschätzung oder einen schönen Abend schenken.

Man könne zum Beispiel Zeit miteinander verbringen, vielleicht auch ohne den Fernseher anzumachen, und der anderen Person wirklich zuhören, wirklich versuchen, sich gegenseitig zu wertschätzen. Mehr Infos und Anregungen zum Valentinstag gibt es am Sonntagmittag in SWR2 Glauben.

Der Standpunkt in SWR1 Sonntagmorgen

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Nela Fichtner, SWR Redaktion Religion, Migration und Gesellschaft (Foto: SWR, SWR/Alexander Kluge - SWR/Alexander Kluge)

Moderatorin am Sonntagmorgen Nela Fichtner

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Religion, Migration & Gesellschaft SWR1 Sonntagmorgen

Ein Magazin rund um das Thema Religion und Gesellschaft. Vier Stunden lang Musik, Informationen, Hintergründe, Lebenserfahrungen.  mehr...

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