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Mit Freunden zusammensitzen, Party machen. Der erste Urlaub ohne Eltern, die erste große Liebe kennen lernen. Für die „Generation Corona“ fallen seit einem Jahr viele Erfahrungen und Erlebnisse weg. Wie gehen junge Menschen mit Einsamkeit um? Wie finden sie ihren Weg in Ausbildung und Beziehungen? Welche Hilfsangebote gibt es für junge Menschen?

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Die Studie „Jugend und Corona“ der Bertelsmann Stiftung vom 23. März 2021 liefert alarmierende Zahlen: 61 Prozent der Jugendlichen in Deutschland fühlen sich infolge der Pandemie teilweise oder dauerhaft einsam. 64 Prozent sprechen davon, teilweise bis deutlich psychisch belastet zu sein. Dass die Corona-Pandemie junge Menschen so stark belastet, macht Antje Funcke von der Bertelsmann Stiftung betroffen. In SWR1 Sonntagmorgen bezweifelt sie, dass sich die Situation der Jugendlichen seit der letzten Befragung im November verbessert hat.

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Junge Menschen fühlen sich nicht gehört

Die Studie hatte 2020 im April/ Mai und im November junge Menschen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren befragt. Während sich im Frühjahr noch 45 Prozent der Befragten von der Politik nicht gehört fühlten, waren es im November 65 Prozent. Die Befragten möchten an Themen, die sie betreffen, wie Schule und Freizeit, beteiligt und gehört werden. Antje Funcke fasst in SWR1 Sonntagmorgen die Wünsche der jungen Menschen folgendermaßen zusammen: "Die jungen Menschen wollen nicht darauf reduziert werden, dass sie nur Schüler:innen oder Lernende sind. Sie möchten, dass tatsächlich gesehen wird, welche Sorgen und Ängste sie sonst noch haben, auf was sie alles verzichten müssen."

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Neues Beratungsangebot für Studierende in Heidelberg

Wie sieht das Leben junger Menschen zurzeit aus? Für Studierende zum Beispiel findet oft alles im selben Raum statt – lernen, schlafen, essen, leben. Denn Hörsäle, Bibliotheken und Mensen sind geschlossen, Seminare gibt es allenfalls online. Vielen fällt da mehr und mehr die Decke auf den Kopf. Dagegen hat das Studierendenwerk Heidelberg ein neues Beratungsangebot gestartet: das Referat gegen Einsamkeit. Seit Anfang Februar können Studierende dort anrufen, wenn sie einsam oder unglücklich sind, sich überfordert fühlen. Am anderen Ende des Hörers sitzen die Studierenden Carola Kasimir und Raphael Wankelmuth. Meistens hören sie zu oder beraten die Anrufenden. Aber: „Wenn die Leute aber sagen: Hey, mir fällt die Decke auf den Kopf, kannst du mal vorbeikommen? Dann gehen wir gemeinsam auf Abstand spazieren“, sagt Raphael Wankelmuth. Und nicht nur das: Carola Kasimir und Raphael Wankelmuth organisieren auch digitale Spieleabende oder virtuelles Kaffeetrinken, die Studierenden können dabei untereinander neue Kontakte knüpfen.

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Eine verlorene Generation?

Obwohl viele junge Menschen zurzeit Ängste haben oder einsam sind, haben die Befragten in der Bertelsmann-Studie auch angegeben, dass sie durch die Corona-Pandemie entschleunigt wurden und gelernt haben, sich selbst zu organisieren. Auch sei vielen bewusst geworden, dass sie sich gesellschaftlich engagieren möchten. Von einer „verlorenen Generation“ möchte Antje Funcke nicht sprechen. Viele der jungen Menschen würden sehr wohl versuchen, sich selbst den Lernstoff zu erarbeiten. Auch sei es die Aufgabe der Gesellschaft dafür zu sorgen, Kinder und Jugendliche so zu unterstützen, dass es keine Verlierer und Verliererinnen durch die Pandemie gibt. Grundlegend ist für Antje Funcke von der Bertelsmann Stiftung dabei, auf das Wohlbefinden der Jugendlichen zu achten.

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„Jugend und Corona: Soziale Schwierigkeiten in der Pandemie“ – die neue Serie in SWR1 Sonntagmorgen. Zu dem Thema sind an dieser Stelle weitere Beiträge geplant, die Seite wird regelmäßig aktualisiert.

Religion, Migration & Gesellschaft SWR1 Sonntagmorgen

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