ÖKT in Frankfurt (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

SWR1 Feiertagmorgen

Digital vernetzt – 3. Ökumenischer Kirchentag in Frankfurt

STAND

Am Himmelfahrtstag beginnt in der dritte Ökumenische Kirchentag (ÖKT). Aufgrund der Corona-Pandemie wird er als hybride Veranstaltung abgehalten. Es wird kaum Programm vor Ort geben. Stattdessen finden rund 80 Veranstaltungen im Netz statt.

Audio herunterladen (49,4 MB | MP3)

Eigentlich hatten der Deutsche Evangelische Kirchentag und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Veranstalter mit einem Mega-Event geplant. Nach der großen Resonanz beim ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 und beim zweiten in München 2010, rechneten die Veranstalter jetzt in Frankfurt am Main mit mindestens 100.000 Gästen. Doch die Corona-Pandemie hat alle Planungen durcheinander gebracht.

Audio herunterladen (4,4 MB | MP3)

Im Netz – nicht auf der Straße

Statt der ursprünglich mehr als 200 Live-Events in der Main-Metropole wird es nun lediglich rund 80 Veranstaltungen geben – und zwar im digitalen Format. Unmissverständlich heißt es auf der ÖKT-Homepage: „Wir raten von einer Anreise nach Frankfurt ausdrücklich ab.“ Ohnehin gibt es vor Ort wenig zu sehen. Statt bequemer Schuhe sind also stabile Internetverbindungen  angesagt. „Da die Menschen nicht nach Frankfurt kommen können, kommt der 3. ÖKT zu ihnen nach Hause“, kommentierte denn auch der katholische Kirchentagspräsident Thomas Sternberg.

„Schaut hin“

Das biblische Leitwort ist allerdings geblieben. Es lautet: "Schau hin“ und hat im Grunde eine doppelte Bedeutung. Zum einen geht es in Zeiten von sexuellem Missbrauch, wachsendem Antisemitismus und zunehmendem Rassismus um besondere Wachsamkeit für gefährliche gesellschaftliche Entwicklungen. Zum anderen bekommt angesichts der digitalen Ausrichtung der Veranstaltung das Schauen in den eigenen Bildschirm einen besonderen Stellenwert.

OKT in Frankfurt (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Picture Alliance

Trotz Corona zeigt sich Prominenz

Mit einem zentralen Live-Stream, der aus einem Kirchentags-Studio in Frankfurt kommt, digitalen Workshops und On-Demand-Angeboten wollen die Veranstalter zumindest ein wenig das Flair eines realen Kirchentages erzeugen. Zudem setzen sie auf die Prominenz, die sich trotz der widrigen Bedingungen zeigen will: So werden unter anderem Beiträge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Digitalformate mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erwartet. Hinzu kommen Gesprächsrunden mit Gesundheitsminister Jens Spahn, Außenminister Heiko Maas, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster und der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Auch die schon zur Tradition gewordenen Bibelarbeiten fehlen nicht: Mit dabei sind u.A. Margot Käßmann, Eckart von Hirschhausen und Winfried Kretschmann.

Audio herunterladen (1,6 MB | MP3)

Gemeinsames Abendmahl?

Thematisch hat man sich an drei Leitfäden orientiert. Sie lauten: „Alles eine Frage des Glaubens und Vertrauens?“, „Zusammenhalt in Gefahr?“ und „Eine Welt – Globale Verantwortung?“ Ein weiteres wichtiges Thema dürfte außerdem die Ökumene sein – und hier die Frage nach einem gemeinsamen Abendmahl für Mitglieder aller christlichen Konfessionen. Hier allerdings hat der Vatikan bereits seine Vorbehalte deutlich gemacht.

Moderatorin Silke Arning (Foto: SWR)

Moderatorin am Sonntagmorgen Silke Arning

Moderatorin am Sonntagmorgen

Religion, Migration & Gesellschaft SWR1 Sonntagmorgen

Ein Magazin rund um das Thema Religion und Gesellschaft. Vier Stunden lang Musik, Informationen, Hintergründe, Lebenserfahrungen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN