Was wird aus unserem Müll? Immer mehr Plastik

Egal ob Tüte, Joghurtbecher oder Shampooflasche - wir produzieren tonnenweise Plastikmüll. 40 Kilogramm Kunststoff wirft jede Person allein in Deutschland jährlich weg.

Berge von Plastikflaschen in China (Foto: © dpa, picture alliance -)
Unsere Berge von Plastikflaschen will China künftig nicht mehr haben. © dpa, picture alliance -

Deutschland ist unter den Top drei! In diesem Fall eine Platzierung, über die wir uns nicht freuen sollten. Denn es geht um Plastikmüll. Im europaweiten Vergleich produzieren nur die Iren und die Esten mehr Kunststoffabfall als wir. Oft wird dieser nicht einmal vernünftig entsorgt, landet illegal in den Meeren weltweit.

Recycling

Ein Handy wird wird recycelt (Foto: SWR, SWR -)
Aus vielen Produkten lassen sich beim Recyceln noch wertvolle Rohstoffe gewinnen. SWR -

Immerhin: In Deutschland wird etwa die Hälfte des Plastikmülls recycelt. In ganz Europa ist es allerdings noch weniger als ein Drittel. Was nicht wieder verwertet wird, kommt in Müllverbrennungsanlagen oder Deponien. Bisher landete die Hälfte des europäischen Plastikmülls im Ausland, vor allem in China. Doch das Land nimmt den Müll nicht mehr an, deshalb bleibt die EU wohl auf einem Großteil des Plastikmülls sitzen.

Auf der Speisekarte der Zukunft - Makrele mit Plastik!

Jedes Jahr landen acht Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer. Das schlägt Menschen sowie Tieren auf den Magen: Fische verschlucken die Plastikteilchen. So landet der Plastikabfall irgendwann bei uns auf dem Teller - und zwar die minikleinen Teilchen, dem sogenannten Mikroplastik.

Mikroplastikpartikel, die besonders oft in Kosmetika und Waschmitteln stecken, will die EU-Kommission künftig verbieten. Noch in diesem Jahr sollen außerdem neue Regeln zur Vermeidung von Einmalgegenständen aus Plastik her. Denn Strohhalme, Einwegbesteck oder Deckel für Kaffeebecher werden besonders schnell weggeworfen.

Der Kampf gegen den Plastikmüll

Thermobecher (Foto: © Colourbox.com -)
Mit Thermobechern wird nicht nur Plastik gespart, der Kaffee bleibt auch länger heiß. © Colourbox.com -

Wenn wir unsere Fische nicht mit Plastik füttern wollen und kein Land auf der Welt unseren Plastikmüll haben will, müssen wir uns selbst darum kümmern, ihn zu entsorgen. Zuallererst geht es darum, weniger Plastik zu verwenden. Das funktioniert zum Beispiel, in dem Dinge länger genutzt werden. Außerdem müssen wir nach Alternativen für Plastikverpackungen suchen: Porzellanbecher, Glasbehälter, Stoff- statt Plastiktüten zum Einkaufen.

Für 2025 hat die EU das Ziel ausgegeben, dass jeder von uns nur 40 Plastiktüten pro Jahr verwenden soll. Außerdem soll künftig so viel wie möglich recycelt werden. Das was übrig bleibt, könnten wir verbrennen. Die Schweden machen es bereits vor: Hier wird die Energie, die bei bei der Müllverbrennung entsteht, zum heizen genutzt.

Von Geli Hensolt, SWR Umwelt und Ernährung I Online: Inga Vennemann

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