Heimisches Superfood Das können Kohl, Beeten und Co.

Marktcheck isst gut

Im Supermarkt greifen Kunden zu Tomate, Gurke und Paprika – heimisches Wintergemüse bleibt oft liegen. Dabei verstecken sich hier regelrechte Nährstoffbomben.

Dauer

Fast im jährlichen Wechsel kommen neue sogenannte Superfoods auf den Markt, die ungeahnte Mengen an Nährstoffen enthalten sollen.

Moringa, Goji-Beeren und Schisandra

Derzeit im Trend liegen die getrockneten Blätter des "Wunderbaumes" Moringa, die angebliche "Anti-Aging-Superfrucht" Goji-Beere und Schisandra-Beeren - eine chinesische Heilpflanze, die Gedächtnis, Sehfähigkeit und Gehör stärken soll.

Im frischen Zustand sind die Pflanzen meist tatsächlich sehr reich an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen gesundheitsfördernden Substanzen. Es gibt jedoch auch mehrere Gründe, warum heimische Gemüsesorten oft die bessere Wahl sind.

Warum heimisches Gemüse besser ist

So sind ausländische "Superfoods" hierzulande meist nicht in frischem Zustand erhältlich. Sie kommen nur getrocknet bei uns in den Handel, wodurch viele Nährstoffe verloren gehen. So können es deutsche Gemüsesorten in Punkto gesundheitsfördernder Wirkung häufig locker mit den Exoten aufnehmen.

Diese sind zudem meist weit gereist, was ihre Ökobilanz ins Negative zieht. In vielen anderen Ländern unterliegen Nahrungsmittel außerdem nicht so strengen Kontrollen, wie in Deutschland.

Deutsches Wintergemüse So gesund sind Kohl, Rüben, Beeten und Co.

Grünkohl (Foto: SWR, SWR -)
Grünkohl ist in Nord- und Westdeutschland schon lange Traditionsgericht. Aber auch im Süden wird er als leckere Vitamin- und Mineralstoffquelle immer beliebter. So enthalten 100 Gramm des Blattgemüses etwa 100 Milligramm Vitamin C - die Tagesdosis eines Erwachsenen. Dazu kommen viel Folsäure, die Vitamine A und E sowie etwa 4,5 Gramm Eiweiß. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Auch Wirsing ist, wie andere Kohlarten, kalorienarm und nährstoffreich. Er ist ein wichtiger Magnesiumspender und enthält viel Eiweiß. Übrigens: Wenn man von Kohl Blähungen bekommt, liegt das meist daran, dass die Darmflora noch nicht an die große Menge an Ballaststoffe gewöhnt ist. Wer öfter Kohl ist, hat weniger Probleme. Kümmel macht Kohl zudem leichter verdaulich. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Topinambur ist eine Sonnenblumenart und kann leicht im eigenen Garten angebaut werden. Die Knolle enthält viel Inulin - ein Ballaststoff - und ist deshalb eine Wohltat für den Dickdarm. Auch der hohe Eisengehalt macht das Gemüse sehr gesund. Foto: Colourbox.de - Bild in Detailansicht öffnen
Auch die Schwarzwurzel versorgt den Körper mit Eisen und ist daher wichtig für die Blutbildung. Beim Schälen der Wurzeln sollten Sie Gummihandschughe tragen, da der klebrige Saft des Wurzelfleisches die Hände verfärben kann. Nach dem Schälen schützt dpa/picture alliance - Bild in Detailansicht öffnen
Kresse war schon in der Antike als Heilpflanze bekannt. So soll sie beispielsweise bei Magen-Darm-Beschwerden und Menstruationsschmerzen helfen. Sie enthält viel Eisen, Calcium, Vitamin A und Vitamin C und kann auch im Winter leicht im Töpfchen auf der Fensterbank gezogen werden. Auch bei den entzündungshemmenden Glucosinolaten liegt Kresse - wie Kohl - weit vorne. Das macht sie vor allem im Winter, wenn wir häufiger krank werden, besonders wertvoll. Foto: Colourbox.de - Bild in Detailansicht öffnen
Rote Beete: Die Knolle mit der tollen Farbe ist reicht an Vitaminen und Mineralien und enthält Spurenelemente wie Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer und Mangan. Sie schmeckt sowohl gekocht, als auch roh - zum Beispiel fein gehobelt im Salat. Übrigens: SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Pastinaken haben einen feinen Geschmack, der an Sellerie erinnert - ähnlich wie Petersilienwurzeln. Sie schmecken roh im Salat aber auch gekocht als Püree oder Suppe oder als Ofengemüse. Das weiße Wurzelgemüse enthält Folsäure und Vitamin E, sowie mehr Kalium und Vitamin C als Karotten. dpa/picture alliance - Bild in Detailansicht öffnen
Viele kennen Sellerie nur Als Suppenzutat - er macht sich aber auch als Rohkost, gebraten, als Püree oder Puffer hervorragend. In der Naturheilkunde gilt Sellerie schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze, die gegen Rheuma und Bluthochdruck helfen soll. Der hohe Anteil an antioxidativ wirkenden Inhaltsstoffen macht das Gemüse besonders gesund. Foto: Colourbox.de - Bild in Detailansicht öffnen

Die Zeiten, in denen Kohl als Arme-Leute-Essen galt und Rote Beete nur eingelegt aus dem Glas bekannt war, sind vorbei - heimische Gemüse erleben ein Revival und selbst Spitzenköche lieben sie.

Wem es im Alltag an Ideen mangelt, wie man deutsches Wintergemüse lecker und gesund zubereiten kann, kann sich von unseren Rezepten inspirieren lassen. Einige davon haben uns die LandFrauen zur Verfügung gestellt. Ihr Verband engagiert sich für mehr Lebensqualität im ländlichen Raum und für eine nachhaltige und flächendeckende Landwirtschaft.

Filmautorin: Annika Erbach | Online: Sola Hülsewig
© SWR Marktcheck

STAND