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Der Wunsch nach einer besseren Verbindung Stuttgart-Ulm markiert 1985 den Anfang. 1994 wird das Projekt "Stuttgart 21" und der Plan für einen unterirdischen Durchgangsbahnhof vorgestellt. 2010 dann: Baubeginn. Dazwischen: jede Menge Schlagzeilen, von Kostensteigerungen über Volksbegehren und Schlichtungsverfahren bis hin zum "schwarzen Donnerstag". Wir blicken in die Geschichte dieses Milliarden-Projekts.

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So fing alles an...

Eine der Kernfragen von S21: die Kosten

Seit den ersten Plänen für eine Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs 1994 sind die prognostizierten Kosten für das umstrittene Bahnprojekt deutlich gestiegen. Wir dokumentieren die Kosten-Explosion.

Der Protest gegen S21: Bilder vom "Schwarzen Donnerstag"

Der 30.09.2010 war der Tag, der als "Schwarzer Donnerstag" in die Geschichte von Stuttgart 21 einging: Eine Demonstration gegen Stuttgart 21 mit mehreren tausend Teilnehmern im Stuttgarter Schlossgarten eskalierte. Die Polizei ging mit Pfefferspray gegen die Protestierenden vor und setzte Wasserwerfer ein, die sie aus nächster Nähe auf Demonstranten richtete. 2015 urteilte das Verwaltungsgericht Stuttgart, der Polizeieinsatz zur Räumung des Schlossgartens sei rechtswidrig und der Einsatz "überzogen" gewesen.

Marijan Murat/dpa

Ein Jahr vor dem "Schwarzen Donnerstag" begannen die regelmäßigen, von den Protestierenden so bezeichneten "Montags-Demos" vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Zur ersten von mehreren hundert Demonstrationen kamen noch wenige, doch schon bald überschritt die Teilnehmerzahl die 1000-er Marke.

Ein Novum: das Schlichtungsverfahren

Erstmals müssen eine Landesregierung und die Bahn ein Großprojekt vor einer Bürgerbewegung rechtfertigen. Vom 22. Oktober bis 27. November 2011 werden acht Runden öffentlicher Schlichtung abgehalten. Dr. Heiner Geißler dient dabei als Schlichter. Bei der Verkündung des Ergebnisses sprach sich Geißler grundsätzlich für die Fortführung des umstrittenen Bahnprojekts aus.

Ein Vierteljahrhundert "Stuttgart 21"

2019 war ein Markstein in der Historie von Stuttgart 21: da jährte sich die offizielle Vorstellung des Großprojekts zum 25sten Mal. Im Video vom April 2019 sind wir den Fragen der Bauzeit, des Kostenrahmens und der Proteste nachgegangen:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Die Väter von Stuttgart 21 waren zum 25-jährigen auch weiterhin voll des Lobes für das umstrittene Milliardenprojekt. Bei einer Baustellenbegehung 25 Jahre nach der Projektvorstellung zeigten sie sich weiter überzeugt:

Und wie sieht die Zukunft aus?

Ein großer Kritikpunk der Gegner war schon seit Beginn die Zukunftsfähigkeit von Stuttgart 21 - sie argumentieren, dass die Kapazitäten des unterirdischen Bahnhofs nicht ausreichen werden. Diese Diskussion flammte nochmals auf, als die Bahn den neuen "Deutschlandtakt" vorstellte. Reaktion des Landesverkehrsministeriums: es sieht keine Probleme mit dem neuen S-21-Tiefbahnhof in Stuttgart den bundesweiten Deutschlandtakt einhalten zu können. Ein Umschwenken?

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