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Start-up-Unternehmen sind in aller Munde: Jung, innovativ und hip sollen sie sein. Und am besten in Berlin, Tel Aviv oder München. Aber wie sieht es eigentlich mit Start-ups im Ländle aus?

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Keine festgefahrenen Firmenstrukturen

Start-ups sind in der Regel jung und klein, haben keine fünf Chefs, die bei allem zuerst gefragt werden müssen. Das ist ein extremer Vorteil in Zeiten, wo die Digitalisierung alles auf den Kopf stellt und das in einem atemberaubenden Tempo.

Erfolgreiche Start-ups erkennen sehr früh, welche Veränderungen auf uns zukommen, welche Produkte und Geschäftsmodelle in Zukunft gefragt sind und bringen sie schnell auf den Markt.

Zusammenarbeit mit großen Unternehmen

Inzwischen kooperieren alle großen Unternehmen mit Start-ups: Daimler, Bosch, Porsche, LBBW. Entweder die Unternehmen kaufen die Start-ups auf oder sie gründen eigene Start-up-Zentren: Bosch hat zum Beispiel in Berlin-Tempelhof ein großes Kreativlabor aufgebaut, in dem 300 Leute arbeiten und in dem sich die unterschiedlichsten Start-ups ansiedeln können. Beide Seiten können so voneinander profitieren - eine Win-Win-Situation.

Voraussetzungen für Start-ups

Das Klischeebild vom hippen Start-up gibt es hier und da auch in der Realität: Holzpaletten als Sofa, bunte Wände, Kreidetafeln, Tischkicker, Kühlschrank mit Limo – also so wie sich die Chefs von traditionellen Unternehmen eine kreative Umgebung vorstellen.

Fragt man einen jungen Start-up-Gründer, was er für sein Firma braucht, sagt er vermutlich:
eine schnelle Internet-Verbindung.

Wichtig für junge Unternehmer ist der Austausch, das Vernetzen mit anderen Menschen die nach vorne denken und das losgelöst von klassischen Denkmustern der etablierten Firmen.

Stuttgart als Start-up-Metropole?

Junge Talente werden von den großen Firmen rund um Stuttgart sofort aufgesaugt, bieten ihnen so gute Karrierechancen, dass die jungen Leute gar keinen Anlass dazu haben eine eigene Firma zu gründen.
Und internatinale Start-up-Investoren stecken ihr Geld liebet in andere Hotspots: Stuttgart ist eben nicht Berlin oder Tel Aviv. Unsere Region steht bei jungen, international ausgerichteten Menschen nicht an erster Stelle. 

Start-up entwickelt Butterbrezelmaschine

Manche Start-ups erfüllen auch die tiefsten Wünsche aus dem Ländle: Brezeln mit Butter zum Beispiel. Dieter und Michael haben eine Butterbrezelmaschine erfunden:

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