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Zwischen Bio und Hofsterben Bauer sucht Zukunft

Rund 5000 bäuerliche Betriebe schließen jedes Jahr in Deutschland: Für viele Landwirte wird die wirtschaftliche Situation immer schwieriger. Anderen fehlt der willige Nachfolger für ihren Betrieb. Wie sieht die Zukunft der Bauern aus?

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Bio-Bauernhof bei Neu-Ulm

Vor gut 30 Jahren hat Klaus Vidal einen Bauernhof in der Nähe von Neu-Ulm übernommen und schon damals auf Ökolandbau umgestellt.

Kühe stehen in einem Stall und fressen Gras und Klee (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance)
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»Es lohnt sich nicht wirklich, aber es macht den Betrieb rund. Das heißt, ich kann mein Grundfutter verwerten, ich habe Viecher, die die Kundschaft und ihre Kinder gern sieht und es ist einfach ein sinnvoller Betriebskreislauf dann.«

Bio-Bauer Klaus Vidal aus der Nähe von Neu-Ulm

Das Getreide aus eigenem Anbau verkauft er auch an umliegende Mühlen. Gemüse wie Karotten, Zwiebeln oder Kürbis vertreibt er über seinen eigenen Hofladen. Sein Bio-Rindfleisch liefert er größtenteils an eine Schlachtviehgenossenschaft.

Um ein angemessenes Einkommen zu haben, müsste er eigentlich mehr als 5,50 Euro für das Kilogramm Fleisch verlangen. Doch für seine Bio-Ware erhält er häufig nur den Preis für konventionelles Fleisch, gerade mal 3,60 Euro.

Klaus Vidal ist jetzt 56, keines seiner vier Kinder will den Hof momentan übernehmen. Was daraus wird – er weiß es nicht. So wie ihm geht es tausenden Landwirten. (Quelle: Das Erste)

Ein Landwirt schaut sich auf seinem Feld die Braugerste an.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Caroline Seidel)
Caroline Seidel

Was steckt hinter dem Label "Biofleisch"?

Statistisch gesehen isst jede(r) Deutsche 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Das sind alle zwölf Monate 750 Millionen Tiere! Viele geben gerne mehr Geld für Biofleisch aus, weil sie hoffen, dass diese Tiere eher artgerecht als konventionell gehalten werden. Doch unzulängliche EU-Verordnungen lassen den Bio-Fleischproduzenten so viele Spielräume, dass Haltungsbedingungen und Schlachtung ihrer Tiere sich nur wenig vom Konventionellen unterscheiden. Aber weil man für das Label "Bio" höhere Preise verlangen kann, sind längst Trittbrettfahrer unterwegs, denen eine hohe Rendite wichtig ist.

Schweinezüchterinnen aus der Ortenau in SWR1 Leute

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