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Tag des Ehrenamts Selbstlos für andere da sein

»Ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen würden wir vieles gar nicht schaffen« - diese Aussage hört man immer häufiger - überall dort, wo es gilt, Menschen zu helfen. Sich für andere zu engagieren ist offenbar zu einer Notwendigkeit geworden, ohne die soziale Einrichtungen oder Hilfsdienste nicht mehr richtig funktionieren würden. Aber auch in vielen Vereinen oder auch direkt in der Nachbarschaft - ohne Menschen, die sich ohne Gegenleistung um andere bemühen, wäre vieles nicht möglich.

Der SWR1 Thema Heute Podcast

Seelsorge im Krankenhaus, mit Hunden Gassi gehen oder den heiligen Nikolaus spielen – Das Ehrenamt hat viele Gesichter. Und in Baden-Württemberg sind besonders viele Menschen selbstlos für andere da.

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»Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.«

Hermann Hesse

Am 5. Dezember ist der internationale Tag des Ehrenamts. Er wurde von der UN beschlossen und findet seit 1986 statt. In Deutschland wird an diesem Tag der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an besonders engagierte Personen vergeben. 

Bundesverdienstorden für Ina-Maria Lienhart aus Emmendingen

"Es gab zu wenige Hilfen für Kinder mit Legasthenie - da musste etwas passieren. Sowohl in Form der Rahmenbedingungen, der Hilfen, die die Schule anbieten kann als auch der außerschulischen Hilfen. Und vor allem: Empathie für die Kinder ist ganz wichtig"

Ina-Maria Lienhart aus Emmendingen, setzt sich für Kinder mit Lernschwäche ein
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Ehrenamt = Nächstenliebe

Bereits in der Bibel wird dazu aufgerufen, sich für andere einzusetzen und sie so zu behandeln, wie man selbst auch gerne behandelt werden würde. Die Geschichte des Ehrenamts hat ihren Ursprung also auch in der Religion. Im Mittelalter wurden in der Kirche Almosen für die Armen gesammelt. Bald schon bildeten sich Vereinigungen wie der Johanniterorden, die es sich zur Aufgabe machten, Arme und Kranke zu unterstützen.

Aus dem Mittelalter rührt auch der Begriff des „Ehrenamtes“. Engagierte sich jemand für andere, so war dieses auch äußerlich an seiner Ämterkleidung sichtbar - man konnte damit den gesellschaftlichen Status des „Amtsadels“ erlangen.

"Das macht für mich das Leben aus, dass man miteinander lebt und nicht jeder für sich. Dass man schaut: Wo hat ein anderer ein Bedürfnis, wo wirst du gebraucht ? Umgekehrt kommt es dann auch wieder zurück."

Heike aus Schwarzach
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FSJ, FÖJ, FKJ, BFD

Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr, Freiwilliges Kulturelles Jahr, Bundesfreiwilligendienst: Diese sozialen Dienste für Schulabgänger sind eine gute Option für diejenigen, denen noch nicht genau klar ist, wohin der berufliche Weg gehen soll. Nicht nur die soziale Einrichtung, bei denen die Jugendlichen Ihr Freiwilliges Jahr absolvieren, profitieren davon, sondern auch die Jugendlichen selbst. Sie gewinnen persönliche Kompetenzen und können besser entscheiden, wo Ihr Platz im Leben einmal sein soll.  Auch wenn für diese Freiwilligen-Dienste kein Gehalt gezahlt wird: meist gibt es ein kleines Taschengeld.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) wurde als Ersatz für Wehr- und Zivildienst eingeführt. Nach Angaben eines Sprechers des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben absolvieren jedes Jahr rund 30.000 Jugendliche deutschlandweit einen Bundesfreiweilligendienst. 

Das Freiwillige Soziale Jahr wird - anders als der BFD - nicht vom Staat, sondern von Vereinen und Verbänden als Träger organisiert ist und richtet sich auch ausschließlich an Jugendliche bis zum 27. Lebensjahr.  Beim Bundesfreiwilligendienst ist dem Alter keine Grenze gesetzt.  

"Die tollste Ehrung war die vom DFB – der 'Club 100'. Das war dann verbunden mit einem Wochenende für 2 Personen beim Länderspiel mit meiner Frau und 100 anderen Ehrenamtlichen aus Deutschland."

Christoph, ehrenamtlicher Jugendtrainer beim TSV Uhlbach
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"Ich sage immer, ich bekomme so viel zurück wie ich rein gebe."

Margarete, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Telefonseelsorge Stuttgart
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"Jeder Tag, an dem ich als Clown arbeiten kann, ist Belohnung."

Andreas, Klinikclown aus Ravensburg
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"Es ist die Freundschaft, die Kameradschaft und auch das Spektakuläre. Die Gewissheit, dass man etwas sinnvolles getan hat und seinen Mitmenschen hat helfen können."

Norman aus Sindelfingen, hilft bei der freiwilligen Feuerwehr
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"Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Deutschland ein Ehrenamt ausüben ... wäre unser Land um vieles ärmer und unser Gemeinwesen so nicht denkbar."

Helmut Kohl, Bundeskanzler a.D.
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